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Kalbotyra ISSN 1392-1517 eISSN 2029-8315

2020 (73) 150–175 DOI: https://doi.org/10.15388/Kalbotyra.2020.8

Kollokationen der deutschen und der dänischen Wissenschaftssprache1

Irene Simonsen
Department of Design and Communication
University of Southern Denmark
Alsion 2
DK-6400 Sonderburg
E-Mail: simonsen@sdu.dk
ORCID iD: https://orcid.org/0000-0001-8865-4858

Collocations in Academic Language in German and Danish

Abstract. This study compares the collocational use of the different word forms of five roots of academic language in German and Danish, considered essential for the realization of obligatory moves in the academic abstract, namely *analy*, *untersuch*/*undersøg*, *method*/*metod*, *theor*/*teor* and *empiri*2. The aim of the comparison is to uncover differences and similarities in the expert norm of the two languages in order to gain insights that may help to inform the teaching of German-speaking students who must learn written standard Danish as part of their studies in Denmark. The study places special emphasis on the topic of variation, since variation reflects interculturally different uses of language specifically and is a major theme in academic language in general. The frequency and distribution of the five roots as verb, noun and adjective are compared in the collocations: noun + verb, verb + noun, adjective + noun in a study of two corpora of 100 dissertation abstracts from each of the two languages (approx.145.000 tokens), using the Word Sketch function of the corpus tool Sketch Engine. The LogDice measure has been used to identify the collocations, and variation is operationalized as the type-token ratio, computed for each syntactic relation. The results show general differences between the two languages. The use of different collocations with word forms from the five word families is greater in academic language in German than in Danish, despite a very similar distribution of the collocations in the languages and despite higher frequencies in Danish.  The collocational use of the words in Danish therefore seems to be less varied and more restricted than in academic language in German.
Keywords: academic language, collocations, abstracts, variation, interlingual comparison German-Danish

Submitted: 05/05/2020. Accepted: 31/10/2020
Copyright © 2020
Irene Simonsen. Published by Vilnius University Press
This is an Open Access article distributed under the terms of the
Creative Commons Attribution License, which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited.

1 Einleitung

Thema dieser Arbeit sind Kollokationen der dänischen und der deutschen Wissenschaftssprache. Bei der Studie wird erforscht, welche Häufigkeits- und Variationsunterschiede bzw. -gemeinsamkeiten bezüglich der Verwendung wissenschaftssprachlicher Kollokationen zwischen Deutsch und Dänisch auftreten. Es stellt sich die Frage, wie eine Untersuchung von Wissenschaftssprachen zu rechtfertigen ist, denen bereits 2005 ein „Funktionsverlust“ und „Erosion zugunsten des Englischen“ (Földes 2005, 8) prophezeit wurden. Deutsche bzw. dänische wissenschaftssprachliche Kompetenz im Tertiärbereich scheint jedoch weiterhin erforderlich zu sein, um sich vollständig in der akademischen Diskursgemeinschaft engagieren zu können. Oftmals wird das Wissen über die Sprache implizit vorausgesetzt, sodass dies sowohl von ausländischen als auch einheimischen Studierenden als Hindernis empfunden werden kann (vgl. Jakobsen 2017, 59). Die vorliegende Studie dient so dem Zweck der Explizierung der Normen der Wissenschaftssprache. Die Untersuchung basiert jedoch hauptsächlich auf Beobachtungen im Dänischunterricht deutscher Muttersprachler, die unter den fremdsprachlichen Studierenden im deutsch-dänischen Grenzgebiet einen verhältnismäßig großen Anteil (40–50 Studierende pro Jahrgang) ausmachen. Durch die dänischen wissenschaftsspezifischen Formulierungsmuster, hierunter die „lernunauffälligen“ (Börner, Vogel 1997, 16) Kollokationen, entstehen bei den deutschsprachigen Studierenden offensichtlich Schwierigkeiten (vgl. Simonsen 2017, 82). Dementsprechend dient die Notwendigkeit der Kollokationskompetenz in der Fremdsprache, die u. a. durch ein Explizieren und eine Bewusstmachung der Form erweitert werden kann, als Orientierung für diese Studie. Eine Methode, das Unauffällige darzustellen, ist der Sprachvergleich (vgl. Börner, Vogel 1997, 16). Ziel der vorliegenden Studie ist es deshalb, durch den Vergleich beider Sprachen Unterschiede und Ähnlichkeiten der Experten-Norm aufzudecken. Dadurch werden Einsichten erhalten, die als Erklärungsgrundlage für den Novizen-Unterricht deutschsprachiger Studierender dienen, die sich im dänischen Studium eine gleichsprachige Wissenschaftssprache aneignen müssen. Betrachtet wird bei dieser Arbeit die Variation, da diese erstens in der Wissenschaftssprache ein wiederkehrendes Thema darstellt (vgl. Auer, Baßler 2007, 9), zweitens als mögliche Quelle für interkulturell unterschiedlichen Sprachgebrauch dient (vgl. Fonnes 2006) und drittens als Bewertungskriterium für Novizen-/Lernertexte betrachtet werden kann (vgl. Paquot 2017). Der Fokus der korpuslinguistisch unterstützten kontrastiven Untersuchung liegt auf der kollokativen Verwendung der Wortformen von fünf Lexemverbänden in deutschen und dänischen Dissertationsabstracts, und zwar *analy*, *undersøg*/*untersuch*, *metod*/*method*, *teor*/*theor* und *empiri*3. In Abschnitt zwei werden die zentralen theoretischen Grundlagen der Untersuchung dargestellt, darauf folgt eine Beschreibung der Datengrundlage und Vorgehensweise (Abschnitt drei), die Analyse in Abschnitt vier und im Anschluss die Zusammenfassung und das Fazit (Abschnitt fünf).

2 Begriffserklärungen und theoretischer Hintergrund

Die Kollokation wird in der vorliegenden Studie als eine rekurrent kookkurrierende (vgl. Granger, Paquot 2008, 10; Feilke 2012, 15) und zweigliedrige syntagmatische Einheit aufgefasst. Theoretisch-methodisch beruht die Untersuchung auf der fremdsprachlich-didaktischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der formelhaften Sprache. Dabei findet eine Kombination des phraseologischen mit einem korpuslinguistischen Ansatz statt. Vor allem Wrays (2002, 9) Definition der formulaic sequence hat zur Verbreitung und Konsolidierung der Auffassung beigetragen, dass die Beherrschung formelhafter Sprache zu einer höheren Effizienz sowohl in der Sprachcodierung als auch in der -decodierung beitragen kann. Durch Automatisierung fester sprachlicher Entitäten ist es den Schreibenden ermöglicht, vordefinierte soziale Rollen zu übernehmen (vgl. Wray 2002; Henriksen 2013, 33–34), wobei durch die holistische Prozessierung, d. h. das Speichern und die Abrufung von Sprache in formulaic sequences, nicht nur die Voraussetzungen für den idiomatischen Sprachgebrauch zugrunde gelegt, sondern gleichzeitig Zeit und Raum für die Produktion einer analytisch generierten und kreativen neuen Sprache geschaffen werden (Wray 2002, 14–15; Henriksen 2013, 33). Frequenz beschreibt Wray als „a salient, perhaps even determining, factor in the identification of formulaic sequences“ (ebd.). Auch Stein (1995, 57) erachtet die Gebrauchsfrequenz als entscheidend für die Kategorisierung von Mehrworteinheiten, die nicht die Kriterien der Polylexikalität, Festigkeit und Idiomatizität erfüllen. Angesichts der dynamischen Stabilisierungsprozesse lexikalischer Einheiten wird durch das Frequenzkriterium die Abgrenzung der usuellen, von „einer gewissen syntaktischen Stabilität“ (Lapinskas 2013, 13) gekennzeichneten Kollokationen, von den „Okkasionalismen“ (ebd.) ermöglicht. Mit Rückgriff auf Kontinuum-Definitionen (vgl. Cowie 1981; vgl. Revier, Henriksen 2006, 175; vgl. Braasch 2005) können Kollokationen einerseits in ein Kontinuum zwischen den Okkasionalismen oder den freien Kombinationen und Idiomen eingeordnet werden, wobei für die Einordnung Kompositionalität und Transparenz der Einheiten entscheidend sind. Auf Grundlage von Frequenz und Distribution können Kollokationen andererseits statistisch definiert und identifiziert werden als kookkurrente Kombinationen lexikalischer Einheiten, die innerhalb einer bestimmten Wortspanne außergewöhnlich häufig auftreten, „lexical items occurring within five words either way of the headword with a greater frequency than the law of averages would lead you to expect“ (Sinclair 1987, 70). Schließlich impliziert eine pragmatisch-funktionale Perspektive, dass wissenschaftssprachliche Kollokationen teils durch die Sprache ihrer Diskursgemeinschaft, die Wissenschaftssprache, teils durch die betreffende Textsorte oder Gattung (vgl. Hüttner 2007), in dieser Studie den Abstract, definiert werden. Ein Definitionskriterium neben der inneren Kohäsion oder Festigkeit und der rekurrenten Kookkurrenz ist demnach die „externe Festigkeit“ (Hyvärinen 2011, 39).

Unter Wissenschaftssprache ist in der vorliegenden Studie „allgemeine Wissenschaftssprache“ (vgl. Fandrych 2005, 2008; Graefen 2009) gemeint, d. h. die Teilmenge der wissenschaftlichen Sprache, die weder zur fachspezifischen Sprache noch zur „Alltagssprache“ oder „Gemeinsprache“ (vgl. Rheindorf 2016, 178) gehört. Laut Rheindorf (2016, 177–178) steht die allgemeine (deutsche) Wissenschaftssprache im Kontrast zur disziplingebundenen Sprache „jenseits fachlicher und wissenschaftlicher Bezeichnungsinnovation“, ist „überschaubar“ und „an keine spezielle Thematik gebunden“. Diese Charakteristik wird im dänischen Kontext in Jakobsens Definition widergespiegelt, in der die Prädikate „non-technical“, „general purpose in nature“ und „used across a range of academic disciplines“ zu finden sind (vgl. Jakobsen 2017, 60). Jakobsen hebt außerdem die funktionelle Spannweite hervor, indem sie von „the glue of academic language“ schreibt, die zur Realisierung von Funktionen wie „presenting information, building argumentation, scaffolding, signposting, quantifying and stance-setting the content proper“ dient (vgl. ebd.).

In der Literatur wird die Textsorte Abstract als „one of the most prominent scientific genres used in academia“ (Busch-Lauer 2014, 43) bezeichnet. Die kommunikative Kernfunktion der Textsorte ist die meta-textuelle Information über einen Originaltext, die als Grundlage für die Beurteilung der Relevanz und für die Selektion des Originaltexts dienen kann (Busch-Lauer 2012, 2). Dorgeloh und Wanner (2009, 525–527) beschreiben die Textsorte als eine Kombination von teils „reported events“, d. h. sachlichen Angaben zum Thema, zur Untersuchung und Methode, teils „reporting events“, was Argumentation und Bewertung impliziert. Den unterschiedlichen Modellen zur Struktur des Abstracts (z. B. Bondi, Sanz 2014, 9; Bhatia 1993, 78–79; Santos 1996, 484–490) scheint gemeinsam zu sein, dass sie grundlegend auf Swales (1990) CARS-Modell aufbauen und von drei konstituierenden „moves“ ausgehen, nämlich 1) „establishing a/the territory“, 2) „establishing a niche“ und 3) „occupying the niche“. Antos (1995) zeigt, wie die Musterkonformität des Abstracts vom Fach abhängt (vgl. auch Busch-Lauer 2014, 46) und wie auch im selben Fach „unterschiedlich strukturierte und verfestigte Invarianzen“ (Antos 1995, 126) beobachtet werden können, bleibt aber bei dem Fazit, dass „die Offenheit des Gestaltungsspielraums […] in Abstracts bereits stark eingeschränkt“ (Antos 1995, 116) ist. Der Abstract eignet sich in Form eines Konzentrats des längeren wissenschaftlichen Texts somit als Basis für eine Untersuchung der allgemeinen diskursorientierten und nicht fachspezifisch inhaltsorientierten-wissenschaftssprachlichen Kollokationen. Die Auswahl der fünf Lexemverbände *analy*, *untersuch*/*undersøg*, *theor*/*teor*, *method*/*metod* und *empiri* basiert auf der Grundlage, dass Wortformen dieser Lexemverbände mit zentralen Handlungen im akademischen Untersuchungsprozess verknüpft sind und somit dazu dienen, die Kommunikationsbedürfnisse zu erfüllen, die im Abstract besonders vertreten sind (vgl. Durrant, Mathews-Aydinli 2011). Als „einzelsprachspezifische Wortkombination“ (Księżyk 2017, 132) werden durch die Kollokation nicht nur morphologische oder syntaktische sprachsystemische Unterschiede aufgedeckt, z. B. die Präferenz für ein Kompositum anstelle einer Nominalphrase mit einem Genitiv- oder einem Präpositionalattribut, sondern auch intra- und interkulturelle Unterschiede mit Bezug auf Register und Stil. In diesem Zusammenhang werden Differenzen in der stilistischen Variation relevant. In einer generellen Ausführung zur stilistischen Variation des Dänischen schreibt Kjöller:

Je kleiner und begrenzter eine Sprachgemeinschaft ist, desto weniger Möglichkeiten bestehen normalerweise für stilistische Variation. Eine Standardvarietät bietet reiche Möglichkeiten für stilistische Variation. Betrachtet man dagegen eine bestimmte Rolle (ein bestimmtes Register) einer Sprachgemeinschaft, sind die Variationsmöglichkeiten geringer. (Kjöller 1984/2001, 357)

Einerseits wird hier die Größe (nationaler) Sprachgemeinschaften als entscheidender Faktor für die Variation der betroffenen Sprache hervorgehoben, andererseits wird auf die Einschränkung einer spezifischen Registerwahl auf die Variation hingewiesen. Bezüglich des ersten Aspekts hat Fonnes (2006) in einem Vergleich von norwegischer und deutscher Pressesprache gezeigt, dass Variation – und die Auffassung von Variation – von der Textsorte und dem Kulturkreis abhängen. Während in der deutschen Stilistik „das Variieren, durch das ein ausgedehntes Lexemrepertoire als Zeichen einer umfassenden sprachlichen Bildung zur Schau gestellt werden kann, […] hohes stilistisches Ansehen genießt“ (Fonnes 2006, 33), ist in der norwegischen Sprachgemeinschaft die Wiederholung durchaus als ein Mittel akzeptiert, das Transparenz und Verständlichkeit (Nachvollziehbarkeit) sichern kann (vgl. ebd.). Im Hinblick auf den zweiten Aspekt, dass die Variationsmöglichkeiten in der Wissenschaftssprache begrenzt sind, betonen Auer und Baßler (2007, 9 [Hervorhebung im Original]):

Das rhetorische Prinzip variatio delectat, das in solchen Texten [Essays, Leitartikeln] zahlreiche Sprachspielereien möglich macht und das von den Lesern und Leserinnen auch goutiert wird, ist in der Wissenschaft zum Beispiel außer Kraft gesetzt, und auf die Schönheit der Formulierungen kommt es nicht an.

Das ist eine Charakteristik, die sich wiederum mit dänischen Leitfäden zum wissenschaftlichen Schreiben verknüpfen lässt, die, ohne den Begriff Variation zu erwähnen, jedoch die „klare Sprache“, hierunter auch die „konsequente Wortwahl“ (Skov 2006, 19; vgl. Rienecker, Jørgensen 2011, 222), hervorheben.4 In ihren Zugängen basieren diese dänischen Leitfäden auf einem „angloamerikanischen Verständnis des wissenschaftlichen Schreibens“ (Skov 2006, 19). Rienecker und Jørgensen (2012) stellen somit eine angloamerikanische sowie eine kontinentale Schreibweise einander gegenüber. Während das angloamerikanische wissenschaftliche Schreiben mit seinen Ursprüngen in den Natur- und Sozialwissenschaften „empirisch“, „problembasiert“, „methodisch orientiert“ und „systematisch“ sei und sich durch eine „argumentative Klarheit“ und „lineare Struktur“ auszeichne (vgl. Rienecker, Jørgensen 2012, 60–61), wird das kontinentale wissenschaftliche Schreiben als „interpretativ“, „hermeneutisch“ und‚ „erkenntnistheoretisch“, „mit einer eher diskursiven, nichtlinearen Darstellung von Konzepten und Theorien“ (ebd.) charakterisiert.

Obwohl diese Darlegungen darauf hinweisen, dass ein Konsens darüber besteht, dass die Wissenschaftssprache weniger Variation aufweist als andere intraspezifische Stile, deuten sie gleichzeitig darauf hin, dass es intersprachlich unterschiedliche Auffassungen der Variation geben kann. Im folgenden Abschnitt wird erläutert, wie anhand der Studie durch eine Untersuchung der Frequenz, Distribution und Variation ausgewählter Kollokationen Unterschiede und Ähnlichkeiten der deutschen und dänischen Wissenschaftssprache aufgedeckt werden.

3 Datengrundlage und Methode

Insgesamt bestehen die Daten der Studie aus jeweils 100 dänischen (74.533 laufende Wörter) und 100 deutschen (70.756 laufende Wörter) Dissertationsabstracts. Die Texte stammen aus der nationalen dänischen Datenbank (forskningsdatabasen.dk) bzw. dem Onlinekatalog der Deutschen Nationalbibliothek (https://portal.dnb.de). Berücksichtigt wurden Abstracts der Geisteswissenschaft aus dem Zeitraum zwischen 2011 und 2018, hierunter auch interdisziplinäre Texte, d. h. die Fachbereiche Kommunikation, Kulturwissenschaften, Kunstgeschichte, Linguistik, Musikwissenschaft, Psychologie, Pädagogik und Bildungsforschung sind vertreten. Die dänischen Texte stammen aus Aarhus, Aalborg, Kopenhagen, Roskilde und der Süddänischen Universität, während insgesamt 34 deutsche Universitäten vertreten sind.5

Die Analyse erfolgt in zwei Schritten, wobei zuerst durch eine auf Zahlen bezogene Untersuchung der Häufigkeit, Distribution und Type-Token-Relation der gesamten Belege der fünf Lexemverbände eine Grundlage für die Kollokationsanalyse geschaffen wird, die im zweiten Schritt erfolgt. In der Studie wird in Übereinstimmung mit Linke, Nussbaumer, Portmann (20045, 62–63) zwischen Wortform, syntaktischem Wort, Lexem und Lexemverband unterschieden. Unter Lexemverband wird die „gegenüber dem Lexem […] noch größere Abstraktion“ verstanden, die sich „gegenüber dem Merkmal der Wortart neutral“ verhält (Linke, Nussbaumer, Portmann 20045, 63). Konkret zählen in der Untersuchung zum Lexemverband *analy* dementsprechend z. B. das Verb analysieren, das Substantiv Analyse, das Adjektiv und Adverb analytisch und Komposita und Derivate dieser Wortarten. Eine Zählung der gesamten Belege der Lexemverbände kann einen formal nichtäquivalenten, dafür aber semantisch und pragmatisch äquivalenten Sprachgebrauch deutlich machen, der durch die Kollokationsanalyse nicht zum Vorschein kommt, wie die Wahl eines Kompositums oder einer Konstruktion mit Genitivattribut statt einer Kollokation, z. B. Analyseteil und Teil der Analyse im Vergleich zu analytischer Teil.

In der Kollokationsanalyse werden die Type-Token-Relation der unterschiedlichen Kombinationen und die Häufigkeit folgender Kollokationen untersucht:

i. die Subjekt-Verb- und die Verb-Objekt-Kollokationen mit den Verben analysere/analysieren; undersøge/untersuchen und teoretisere/theoretisieren

ii. die Subjekt-Verb- und die Verb-Objekt-Kollokationen mit den Substantiven analyse/Analyse; undersøgelse/Untersuchung; metode/Methode; teori/Theorie und empiri/Empirie

iii. die attributiven Kollokationen mit analytisk/analytisch; undersøgt/untersucht; metodisk/methodisch; teoretisk/theoretisch und empirisk/empirisch.

Bei der Erhebung der Kollokationen wird die Word Sketch-Funktion des Korpustools Sketch Engine verwendet, die auf Grundlage einer Verarbeitung der mit einem Suchwort typisch ko-okkurrierenden Wörter einen Überblick über die grammatikalischen und kollokativen Relationen eines Worts gibt. Die Typikalität der Kookkurrenz von Basis und Kollokator wird in der Word Sketch-Funktion durch den LogDice Score ausgedrückt, ein standardisiertes Maß auf einer Skala mit festem Maximalwert von 14, das mit der Häufigkeit der Basis, des Kollokators und der Kollokation korreliert. Der LogDice-Wert wird demnach bei der Exzerpierung zugrunde gelegt, wobei jedoch ebenfalls mit einer manuellen Analyse der Konkordanzen kombiniert wird. In dieser wird zur Kontrolle der Word Sketch-Funktion auf das DWDS6-Wortprofil und die Kollokationsfunktion7 von KorpusDK, einem allgemeinsprachlichen dänischen Korpus mit ca. 56 Mio. Wörtern, zurückgegriffen. Erscheint es angesichts der Zahl der Belege sinnvoll, wird die Type-Token-Relation der Kombinationen berechnet, um ein Maß für die Variation der Sprachen zu erhalten.

4 Analyse

In der folgenden ersten Zahlencharakteristik des Materials werden die Repräsentationen der fünf Lexemverbände in den Texten verglichen. Untersucht werden die absolute und relative Gesamthäufigkeit der Wortformen, ihre Häufigkeit pro Text und die Type-Token-Relation als Maß für die Variation. Eine Übersicht über die konkreten Wortformen der Belege ist im Appendix8 zu finden. Durch die Charakteristik wird ein Überblick über das Material gegeben und sie dient zudem als Grundlage für die Kollokationsanalyse in Abschnitt 4.2.

4.1 Häufigkeit, Type-Token-Relation und Distribution der einzelnen Wortformen der Lexemverbände

Anhand der Zahlen der absoluten und relativen Häufigkeit wird deutlich, dass alle Lexemverbände in den dänischen Texten häufiger belegt sind. Den gesamten 1183 (15.876/Mio.) Belegen in den dänischen Texten stehen 687 (9809/Mio.) Belege in den deutschen Texten gegenüber. Wortformen der fünf Lexemverbände werden demnach in den untersuchten Texten knapp 40 % häufiger auf Dänisch als auf Deutsch verwendet.

Dänisch

Deutsch

Absolute Häufig-keit

Relative

Häufigkeit

(/Million)

Unterschiedliche Wort-formen

TTR

TTR

Unterschied

liche Wort-

formen

Relative Häufigkeit (/Million)

Absolute Häufigkeit

*analy*

365

4898

43

12

23

43

2586

183

*untersuch*/

*undersøg*

347

4657

21

6

8

18

3279

232

*met(h)od*

152

2040

27

18

19

21

1569

111

*t(h)eor*

227

3046

49

22

32

39

1710

121

*empiri*

92

1235

6

7

5

2

565

40

1184

15876

146

12

18

122

9809

687

Tabelle 1. Häufigkeit und Type-Token-Relation der fünf Lexemverbände

Am kleinsten ist der Unterschied zwischen den Sprachen beim Lexemverband *met(h)od*, und am größten bei *empiri* und *analy*. Zu beobachten ist außerdem, dass die Lexemverbände mit nahezu demselben Häufigkeitsmuster belegt sind Am häufigsten sind in beiden Sprachen *analy* und *untersuch*/*undersøg* vertreten, an dritter Stelle folgt *t(h)eor*, an vierter *met(h)od* und am seltensten ist *empiri* belegt.

Eine Zählung der Texte, in denen die fünf Lexemverbände belegt sind, ergibt ebenfalls, dass diese in dänischen Texten präsenter sind als in deutschen. In den meisten Texten sind Wörter mit *untersuch*/*undersøg* (dän. 88; dt. 79) und *analy* (dän. 75; dt. 62) belegt, darauf folgen *t(h)eor* (dän. 64; dt. 48) und *met(h)od* (dän. 57; dt. 43). In den wenigsten Texten werden Wörter mit *empiri* verwendet (dän. 40; dt. 24).

Die Unterschiede zwischen den beiden Sprachen sind die Distribution betreffend nicht so ausgeprägt, wie angesichts der Häufigkeitsraten erwartet werden könnte. Das bedeutet, die Wörter der Lexemverbände kommen in den dänischen Texten, in denen sie repräsentiert sind, in höherer Konzentration vor. Dasselbe wird auch durch die durchschnittliche Repräsentation von Wörtern der fünf Lexemverbände pro Text aufgezeigt. In 22 dänischen Texten ist mindestens einer der Lexemverbände mehr als neun Mal belegt, während dies nur für vier deutsche Texte gilt. Die größte Ähnlichkeit gibt es bei *met(h)od* (dän. 2,7; dt. 2,3) und den größten Unterschied bei *analy* (dän. 4,9; dt. 3,0). Sonst liegt der Unterschied bei 0,4 bis 1 Wort pro Text (*undersøg*/*untersuch* dän. 3,9; dt. 2,9; *theor* dän. 3,5; dt. 2,5; *empiri* dän. 2,3; dt. 2,7).

Insgesamt wird mittels der Type-Token-Relation (TTR) der Belege verdeutlicht, dass die Variation in den deutschen Texten größer ist als in den dänischen (dän. 12 vs. dt. 18). Beim Vergleich der Belege der einzelnen Lexemverbände stellt sich heraus, dass die größten Abweichungen bei *analy* (dän. 12 vs. dt. 23) und *teori* (dän. 22 vs. dt. 32) zu beobachten sind. Der Unterschied zwischen den Sprachen ist bei *undersøg*/*untersuch* sowie *met(h)od* gering (*undersøg*/*untersuch* dän. 6; dt. 8; *method* dän. 18; dt. 19) und *empiri* ist auf Dänisch in unterschiedlicheren Formen repräsentiert als im Deutschen (TTR: dän. 7 vs. dt. 5).

Generell gilt, dass sowohl die höheren dänischen Häufigkeitsraten als auch eine verhältnismäßig hohe Zahl unterschiedlicher deutscher Komposita zu den durch die Type-Token-Relation ausgedrückten Variationsunterschieden führen.

Durch eine Sortierung sprachlicher Formen hinter den Zahlen9 ergeben sich einige Ausnahmen zur generellen Regel, dass die fünf Lexemverbände in den dänischen Texten grundsätzlich häufiger belegt sind und das Verteilungsmuster trotzt dieser Häufigkeitsunterschiede in den beiden Sprachen ähnlich ist. Erstens kommen das Verb teoretisere ‘theoretisieren’, das Substantiv empiri und das Adverb analytisk nur auf Dänisch vor. Zweitens ist das Substantiv teori/Theorie in den Sprachen gleich häufig belegt und drittens wird die Partizipialform untersucht auf Deutsch in der attributiven und adverbialen Funktion häufiger verwendet als die entsprechende dänische Form.

Eine im Hinblick auf didaktische Implikationen bedeutsame Ausnahme stellt besonders das Substantiv Empirie/empiri dar, da bei der Verwendung ein systematischer Unterschied zu beobachten ist. Durch einen Vergleich von Wörterbucherläuterungen zum Substantiv wird ersichtlich, dass es einerseits das Substantiv in äquivalenten Bedeutungen, synonym zu Methode, in beiden Sprachen gibt (vgl. die Bedeutungserklärung a im Universalwörterbuch (DUW) mit 1a des Dänischen Wörterbuchs (DDO)).

„Empirie

a) Methode, die sich auf wissenschaftliche

Erfahrung stützt, um Erkenntnisse zu

gewinnen

  1. aus wissenschaftlicher Erfahrung gewonnenes Wissen; Erfahrungswissen“

(DUW)

„empiri

1. erfaringer og iagttagelser anvendt som grundlag for (videnskabelig) erkendelse“

‘Erfahrungen und Beobachtungen als Grundlage der (wissenschaftlichen) Erkenntnis angewandt’

„1.a metode der anvender erfaringer og iagttagelser som grundlag for (videnskabelig) erkendelse“

‘Methode, die Erfahrungen und Beobachtungen als Grundlage der (wissenschaftlichen) Erkenntnis anwendet’ (DDO)

Abbildung 1. Empirie (dt.) und empiri (dän.)

Andererseits wird durch einen Vergleich der zweiten deutschen Bedeutungsangabe mit der dänischen Angabe 1 deutlich, dass Empirie im Dänischen die Erfahrungen und Beobachtungen bezeichnet, die einem aus Erfahrung gewonnenen Wissen zugrunde liegen, während das Wort im Deutschen mit einem solchen Wissen gleichgesetzt wird. Die semantische und pragmatische Teiläquivalenz lässt sich dadurch bestätigen, dass im dänischen empiri als Synonym zu data ‘Daten’ verwendet wird. In den dänischen Texten ist z. B. bei den Verben bestå af bestehen aus, indsamle sammeln’, pege på verweisen auf’ und vise zeigen folgende synonyme Verwendung zu beobachten:

(1) Afhandlingens empiri er indsamlet i tre 6. klasser på to forskellige skoler. (da28)

‘Die Daten der Abhandlung sind in drei Klassen des 6. Jahrgangs in zwei verschiedenen Schulen gesammelt worden.’

(2) Undersøgelsen bygger på data indsamlet i løbet af fem måneders feltarbejde de to steder, […] (da6)

‘Die Studie basiert auf Daten, die während einer fünfmonatigen Feldarbeit an den beiden Orten gesammelt wurden […].’

Die unterschiedliche Verwendung von empiri in den beiden Sprachen lässt sich auf die Zahlen bezogen deutlich in einer Gegenüberstellung der gesamten Belege von *empir* und *data*/*daten* erkennen. Während *empiri* auf Deutsch nur halb so häufig belegt ist wie auf Dänisch (dän. 92 (1235) : dt. 40 (687)), kommt *daten* auf Deutsch ungefähr eineinhalb mal häufiger vor (dän. 72 (966) : dt. 99 (1399)).

4.2 Kollokationsanalyse

Der Abschnitt ist in drei Teile gegliedert, wobei der Fokus in Abschnitt 4.2.1 auf den verbalen, in Abschnitt 4.2.2 auf den substantivischen und in Abschnitt 4.2.3 auf den adjektivischen Instantiierungen der Lexemverbände in den jeweiligen Kollokationen liegt.

4.2.1 Kollokationen mit den Verben analysere/analysieren; undersøge/untersuchen; teoretisere/theoretisieren

Die Kombination mit einem substantivischen Subjekt und einer aktiven Form des Verbs analysieren ist nur 15 Mal auf Dänisch belegt (TTR: 43). Von diesen Belegen sind vier als Kollokationen mit einem LogDice-Wert in der Funktion Word Sketch angeführt, nämlich afhandling ‘Abhandlung’ + analyse, artikel + analyse10, indledning ‘Einleitung’ + analyse und auch die Kombination lærer ‘Lehrer’ + analyse, die in diesem Kontext ein Beispiel für eine fachspezifische Kollokation darstellt. In den deutschen Texten ist lediglich die eine einmalig belegte Kollokation Studie + analysieren vorzufinden. Das Verb undersøge ‘untersuchen’ lässt sich in den dänischen Texten häufiger, und zwar insgesamt 83 Mal, hierunter 51 Mal mit einem substantivischen Subjekt, nachweisen. Unter diesen Belegen befinden sich folgende fünf Kollokationen: afhandling ‘Abhandlung’, artikel, fase, kapitel und studie + undersøge. Auf Deutsch tritt das Verb untersuchen in sechs Kollokationen mit Arbeit, Dissertation, Dissertationsprojekt, Experiment, Promotionsvorhaben und Studie auf.11 Das bedeutet, die TTR liegt bei diesem Verb im Dänischen bei 17, im Deutschen bei 32. Das Verb teoretisere ‘theoretisieren’ ist lediglich zwei Mal mit den Subjekten afhandling ‘Abhandlung’ und tilgang ‘Ansatz’ auf Dänisch belegt.

Dänisch

analysere

23 [10]

TTR: ~43

Deutsch

analysieren

4 [2]

Dänisch

undersøge

83 [14]

TTR: ~17

Deutsch

untersuchen

25 [8]

TTR: ~32

Dänisch

teoretisere

2 [2]

4

1

5

6

2

afhandling ‘Abhandlung’

artikel

indledning ‘Einleitung’

lærer ‘Lehrer’

Studie

afhandling

artikel

fase

kapitel

studie

Arbeit

Dissertation

Dissertationsprojekt/
-Experiment

Promotionsvorhaben

Studie

tilgang ‘Ansatz’

afhandling

Tabelle 2. Substantivisches Subjekt + analysieren/analysere; untersuchen/undersøge; teoretisere12

Insbesondere durch die Zahlen der Subjekt-Verb-Kollokationen mit undersøge/untersuchen werden die Häufigkeits- und Variationsunterschiede der Sprachen verdeutlicht. Während die beiden dänischen Kollokationen, die einen LogDice-Wert über zehn haben, afhandling + undersøge und artikel + undersøge 25 Mal belegt sind, kommen die entsprechenden sechs unterschiedlichen deutschen Kollokationen nur 16 Mal vor.

Semantisch ist den Kollokationen in dieser Kategorie gemeinsam, dass die Subjekte alle metonymisch einen (Teil)-Textbegriff bezeichnen.13 Erwähnenswert sind deshalb auch die Belege mit einem pronominalen Subjekt. Während im Dänischen häufig die erste Person Singular verwendet und im Verhältnis zur Pluralform bei diesen Verben bevorzugt wird (jeg ‘ich’ (34); vi ‘wir’ (4)), ist die seltene Verwendung des pronominalen Subjekts auf Deutsch auf die Pluralis der ersten Person (wir (12)) beschränkt.14 Die deutschen Verben analysieren und untersuchen sind insgesamt 125 Mal belegt, kommen jedoch lediglich 30 Mal in der finiten aktiven Form mit einem Subjekt vor. Aktiv-Sätze bei diesen Verben machen nur 24 % aus, dahingegen aber 43 % im Dänischen (106 Aktiv-Sätze von insgesamt 248). Dies bedeutet für deutsche Muttersprachler/-innen, die Dänisch lernen, eventuell einen Aufruf zur vermehrten Verwendung des Aktivs.

Von der Kombination analysere + direktes Objekt gibt es in den dänischen Texten 71 Belege, hierunter 48 unterschiedliche Kombinationen (TTR: 68), von denen 15 in der Word Sketch-Funktion einen LogDice-Wert über 7 haben. In den deutschen Texten sind von analysieren + direktes Objekt insgesamt 20 Belege zu finden, 19 unterschiedliche Kombinationen (TTR: 95) und unter diesen sieben Kollokationen. Drei Kombinationen treten in beiden Sprachen auf, nämlich analysere + fænomen/analysieren + Phänomen; analysere + resultat/analysieren + Ergebnis und analysere + rolle/analysieren + Rolle.

Das dänische Verb undersøge + direktes Objekt lässt sich 168 Mal nachweisen, 83 Mal in unterschiedlichen Kombinationen (TTR: 49), von denen 16 in der Word Sketch-Funktion als Kollokationen angeführt sind. In den deutschen Texten gibt es 109 Belege, 65 unterschiedliche Kombinationen (TTR: 60) und 18 Kollokationen. Den Sprachen gemeinsam sind sieben Kombinationen mit undersøge/untersuchen und aktivitet/Aktivität, effekt/Effekt, faktor/Faktor, sammenhæng/Zusammenhang, stabilitet/Stabilität, struktur/Struktur und udvikling/Entwicklung. Lediglich eine fachspezifische Verb-Objekt-Kombination mit dem dänischen Verb teoretisere, nämlich teoretisere + læring ‘Lernen’, lässt sich als Kollokation identifizieren.

Dänisch

analysere

71 [48]

TTR: ~68

Deutsch

analysieren

20 [19]

TTR: ~95

Dänisch

undersøge

168 [83]

TTR: ~49

Deutsch

untersuchen

109 [65]

TTR: ~60

Dänisch

teoretisere

3 [3]

15

7

16

18

1

optagelse ‘Aufnahme’

bog ‘Buch’

brydning ‘Auseinandersetzung’

dialog

fænomen

mængde ‘Menge’

studie

tekst ‘Text’

Argument

Interaktion

Muster

Vorgehensweise

Verteilung

Sprache

Übergang

effektivitet ‘Effektivität’

erfaring ‘Erfahrung’

forhold ‘Verhältnis’

rækkevidde ‘Umfang’

implementering

forbindelsesled ‘Bindeglied’

sammenspil ‘Zusammenspiel’

skildring ‘Schilderung’

Bereitschaft

Eigenschaft

Gesichtspunkt

Korrelat

Mechanismus

Veränderung

Veränderungsprozess

Perzeption

Quelle

Reaktion

Stabilität

Wirksamkeit

Zusammenhang

læring

‘Lernen’

Tabelle 3. analysieren/analysere; untersuchen/undersøge; teoretisere + Objekt15

Auch was diese Kategorie betrifft, lässt sich die höhere Häufigkeit der Kombinationen auf Dänisch und – durch die TTR-Zahlen – die höhere Variation des Deutschen feststellen. Diese Unterschiede lassen sich bestätigen, wenn die besonders frequenten Frage-Nebensätze mit hv-/w-Fragewörtern und die Konjunktion om/ob als direktes Objekt miteinbezogen werden. Während analysere auf Dänisch 16 Mal mit einem Fragesatz kombiniert wird, gibt es nur einen Beleg in den deutschen Texten. Nach undersøge folgt auf Dänisch fast viermal so häufig (64) wie im Deutschen (17) ein solcher Fragesatz nach untersuchen. Dies mag ein Zeichen des systemisch verbaleren Charakters des Dänischen sein oder umgekehrt ein Zeichen des ausgeprägteren Nominalstils des Deutschen.

(3) Dän. Formålet har været at undersøge, hvordan eksil og hjemkomst fremstilles og tolkes i litterære værker. (da95)

‘Ziel war es, zu untersuchen, wie Exil und Heimkehr in literarischen Werken dargestellt und interpretiert werden.’

(4) Dt. Zum Zweiten wurden unter der Rubrik ‚Semantik‘ die lexikalische Darstellung und logische Struktur der Verben sowie ihre Makrorollen untersucht. (ty11)

4.2.2 Kollokationen mit den Substantiven analyse/Analyse, undersøgelse/Untersuchung, metode/Methode, teori/Theorie und empiri

Unter den Subjekt-Verb-Kollokationen mit den Substantiven der fünf Lexemverbände kommen einige der bereits zahlenmäßig dokumentierten Unterschiede der Sprachen bei der Verwendung von Analyse und Untersuchung als Subjekte deutlich zum Ausdruck. Im Dänischen sind mehr Belege mit diesen Subjekten zu verzeichnen (Analyse: dän. 55; dt. 33; undersøgelse/Untersuchung: dän. 44; dt. 25); die Zahlen der unterschiedlichen Kombinationen liegen aber nicht entsprechend weit auseinander (Analyse: dän. 25; dt. 19; undersøgelse/Untersuchung: dän. 28; dt. 18), was wiederum bedeutet, dass die Variation der deutschen Texte in höheren TTR-Werten ausgedrückt wird (Analyse: dän. 45; dt. 58; undersøgelse/Untersuchung: dän. 64; dt. 72).

Dän.

analyse

55 [25]

TTR: ~45

Dt.

Analyse

33 [19]

TTR: ~58

Dän.

undersøgelse

44 [28]

TTR: ~ 64

Dt.

Unter-suchung

25 [18]

TTR: ~ 72

Dän.

metode

3 [3]

Dt.

Methode

11 [11]

Dän.

teori

11 [11]

Dt.

Theorie

10 [9]

Dän.

empiri

5 [5]

18

13

15

5

3

4

6

5

4

beskrive ‘be-schreiben’

give ‘geben’

pege (på) ‘hin-weisen auf’

vise ‘zeigen’

bilden

ergeben

stellen

zeigen

bestå af ‘bestehen aus’

pege i retning af ‘weisen in Richtung’

se på ‘ansehen’

udgøre ‘aus-machen’

vise ‘zeigen’

beginnen (mit)

(sich)

beschäftigen (mit)

(sich) beschränken (auf)

folgen

zeigen

indgå (i dialog)

‘treten (in Dia-log)’

bidrage

‘beitragen’

opnå

‘erreichen’

(sich) aus-zeichnen benötigen

helfen

verfolgen

følge

‘folgen’

hævde

‘behaupten’

tilføre ‘hinzu-fügen’

udgøre

‘ausmachen’

udspringe ‘entspringen’

basieren

existieren

liefern

vertreten

übereinstim-men

bestå af

‘bestehen aus’

pege på

‘hinweisen auf’

stamme fra

‘stammen von’

vise ‘zeigen’

Tabelle 4. analyse/Analyse, undersøgelse/Untersuchung, metode/Methode, teori/Theorie und empiri + Verb*

* Vgl. Appendix 3, https://kurzelinks.de/7hgu.

Dominierendes Verb in beiden Sprachen ist vise/zeigen. Während dieses Verb jedoch auf Dänisch besonders häufig mit sowohl analyse als auch undersøgelse verwendet wird und ebenso mit empiri kollokiert, ist es auf Deutsch vorzugsweise mit Analyse verknüpft. Dass bei der Handlung ZEIGEN, d. h. dokumentieren, ergeben, auf Deutsch das Subjekt Analyse präferiert wird, wird durch die verhältnismäßig hohe Zahl der Synonyme des Verbs zeigen bestätigt, die mit Analyse im Vergleich zu Untersuchung kollokieren. Zu diesen gehören die Begriffe bestätigen, darstellen, erbringen, ergeben, zum Ergebnis haben, hervorbringen, implizieren, offenlegen, denen nur drei mit Untersuchung kollokierende Verbalkonstruktionen gegenüberstehen, nämlich hindeuten auf, Hinweise bringen für und Erkenntnisse liefern für. Als Subjekt wird Untersuchung auf Deutsch erstens mit der Handlung TEXTTEIL SEIN/TEXT ORGANISIEREN (z. B. beginnen, erfolgen, folgen, stattfinden, im Mittelpunkt stehen) und zweitens mit der Handlung ALS INHALT HABEN/THEMATISIEREN verbunden (z. B. berühren, sich beschäftigen mit, sich beschränken auf, bestehen aus, in den Blick nehmen, sich richten auf). Während auf Deutsch durch keine anderen Verben die Vorzugsstellung von zeigen beeinträchtigt wird, kollokiert auf Dänisch analyse genauso häufig mit dem Verb pege på ‘hinweisen auf’, das auch mit empiri gekoppelt wird. In Kombination mit einer anderen Präposition tritt dieses Verb dafür ausschließlich in einer Kollokation mit undersøgelse auf (pege i retning af ‘in die Richtung deuten’).

Bei den Subjekt-Verb-Kollokationen mit den Substantiven metode/Methode und teori/Theorie sind – auch aufgrund der wenigen Belege – generell so geringe Unterschiede zwischen den Sprachen zu beobachten, dass keine Variationsunterschiede zu vermerken sind.

Was die Verb-Objekt-Kollokationen mit den fünf Substantiven betrifft, ist festzustellen, dass die dänischen Substantive alle mit mehr Belegen vertreten sind als die deutschen, wobei das Ergebnis des Variationsvergleichs nicht so eindeutig ist. Bei analyse/Analyse und teori/Theorie wiederholt sich das Muster mit mehr dänischen Belegen, dafür treten jedoch größere Variationen auf Deutsch auf. Das Substantiv undersøgelse ist hingegen auf Dänisch in verhältnismäßig mehr unterschiedlichen Kombinationen vorzufinden als auf Deutsch Untersuchung. Besonders große Unterschiede zwischen den Sprachen, wie bei den verbalen Instantiierungen der Lexemverbände, sind jedoch nicht zu verzeichnen. Eine ausgeprägte Ähnlichkeit zwischen den Sprachen ist somit in Bezug auf die Kollokationen mit metode/Methode als Objekt zu beobachten. Nach den Verb-Objekt-Kollokationen mit undersøge/untersuchen als Verb weist diese Gruppe in der Untersuchung die meisten gemeinsamen Kollokationen auf, nämlich anvende/anwenden (verwenden), beskrive/beschreiben, diskutere/diskutieren, udvikle/entwickeln, præsentere/vorstellen + metode/Methode.

Dän. analyse

46 [37]

TTR: ~80

Dt. Analyse

25 [22]

TTR: ~88

Dän. undersøgelse

31 [28]

TTR: ~90

Dt. Untersuchung

22 [18]

TTR: ~82

Dän.

metode

44 [32]

TTR: ~73

Dt. Methode

30 [21]

TTR: ~70

Dän. teori

43 [28]

TTR: ~65

Dt.

Theorie

22 [17]

TTR: ~77

Dän. empiri

6 [6]

12

9

12

5

10

10

9

11

4

anvende

‘anwenden’

basere på

‘basieren auf’

tilrettelægge ‘zurecht-legen’

anstreben

bestehen in

einsetzen zu

anvende

‘anwenden’

basere på

‘basieren auf’

bygge på

‘bauen auf’

bestehen aus

durchführen

handeln um

verwenden für

anvende

‘anwenden’

benytte

‘benutzen’

bygge på ‘bauen auf’

anwenden

einsetzen

verwenden

anvende

‘anwenden’

basere på

‘basieren auf’

bygge på

‘bauen auf’

aufgreifen

bestätigen

hinzuziehen

unterstützen

indsamle

‘sammeln’

introducere

udgøre

‘ausmachen’

Tabelle 5. Verb + analyse/Analyse, undersøgelse/Untersuchung, metode/Methode, teori/Theorie und empiri*

* Vgl. Appendix 3, https://kurzelinks.de/7hgu.

Die beiden in den dänischen Texten am häufigsten belegten Verben basere på ‘basieren auf’ und anvende kollokieren mit drei bzw. vier der Substantive. Synonym zum Verb basere på wird außerdem bygge på ‘bauen auf’ in Kombination mit undersøgelse, metode und teori verwendet. Semantisch gemeinsam ist diesen Verben, dass durch sie das räumlich-haptische Bildfeld eines Wissensgebäudes vergegenwärtigt werden und die Aufmerksamkeit auf das Fundament dieses Gebäudes gelenkt wird. Grammatisch sind sie häufig in der statischen Passivform belegt, z. B.:

(5) Analyserne er baserede på data fra et longitudinalt, kvalitativt studie. (da35)

‘Die Analysen basieren auf Daten einer qualitativen Längsschnittstudie.’

Das deutsche Verb basieren ist bei den Verb-Substantiv-Kollokationen nicht repräsentiert, befindet sich aber in der Kollokation Theorie + basieren auf unter der Kategorie Substantiv + Verb, vgl. mit einem Satz wie wie gezeigt werden kann, basieren solche Theorien oft auf impliziten Analogien (ty73). Als Präpositionalobjekt tritt Theorie in der Kollokation fundieren in + Theorie (ty68) auf und Methode lässt sich als direktes Objekt in der Kombination fundieren + Methode (ty28) ausmachen. Es gibt dem ersten Anschein nach weniger deutsche Instantiierungen der Handlung REFERENZ AUF EINE WISSENSGRUNDLAGE. Es lässt sich aber durch Kombinationen wie beruhen auf + Analyse (ty97), hervorgehen aus + Analyse (ty39), eine Basis bilden für + Untersuchung (ty73, ty81), die empirische Basis zur Untersuchung liefern (ty28), den Rahmen darstellen für + Untersuchung (ty78) bezeugen, dass dem häufigeren Gebrauch des Verbs basere auf Dänisch ein variierter Sprachgebrauch auf Deutsch gegenübersteht. Eine deutsche Kombination wie die Idee auf der Folie von Theorien begreifen (ty57) lässt sich hier ebenso als Variationsbeleg anführen:

(6) Jene aufzuspüren ist Aufgabe des ersten Teiles der Arbeit, die anhand ihres synchronen Procederes die Profilbildung des Hofnarren anhand seiner Ideen- und Sozialgeschichte nachzeichnet sowie die damit einhergehenden moralphilosophischen Ansätze von Sebastian Brant, Thomas Murner, Erasmus von Rotterdam und Martin Luther untersucht und die Narrenidee auf der Folie von Komiktheorien begreift. (ty57)

Zum anderen dänischen Verb, anvende, das in den dänischen Texten mit allen Substantiven außer empiri kollokiert, lässt sich auf Deutsch nur eine direkte Entsprechung, anwenden+Methode, finden. In beiden Sprachen wird diese Handlung jedoch mit mehreren synonymen Kollokationen realisiert, nämlich auf Dänisch mit bruge ‘gebrauchen’ + (analyse, metode), gøre brug af ‘Gebrauch machen von’ + (metode), applikere (+ metode), benytte ‘benutzen’ (+ metode), bringe ind i ‘einbringen’ (+ teori), inddrage ‘miteinbeziehen’ (+ undersøgelse) und inkludere (+ teori) und auf Deutsch mit einsetzen + Methode, verwenden + Methode, hinzuziehen + Theorie und – mit Präpositionalobjekt – heranziehen zu + Analyse, nutzen für + Analyse, verwenden für + Untersuchung. Der wesentliche Unterschied zwischen den Sprachen besteht demnach darin, dass im Deutschen das gleiche Verb nicht in ähnlicher Weise wie auf Dänisch anvende (und zum Teil bruge) wiederholt verwendet wird.

In der Gruppe Adjektiv + Substantiv, d. h. attributive Kollokationen mit den Substantiven analyse/Analyse, undersøgelse/Untersuchung, metode/Methode, teori/Theorie und empiri, lässt sich feststellen, dass nur analyse, undersøgelse und empiri auf Dänisch häufiger belegt sind als die entsprechenden deutschen Substantive16. Das bedeutet, Adjektiv + Theorie und Adjektiv + Methode werden auf Deutsch etwas häufiger verwendet. Die TTR-Werte ergeben erneut eine generell größere Variation auf Deutsch, wobei dies nicht für Kollokationen mit analyse/Analyse gilt, bei denen die TTR auf Dänisch (73) ein wenig höher ist als auf Deutsch (69). Als eigentliche L1 Teddy Bears (Henriksen 2013, 36) sind unter den Kollokationen nur dänische zu erwähnen, nämlich empirisk + analyse und empirisk + undersøgelse (6+12 Mal belegt). Ein entsprechendes Verwenden dieser Kollokationen lässt sich auf Deutsch nicht feststellen, da hier als häufigste Kollokation mit nur vier Belegen im selben Text monofaktoriell + Analyse zu verzeichnen ist. Während vier der dänischen Adjektive mit drei der Substantive kollokieren, und zwar kvalitativ, kvantitativ (+ analyse, undersøgelse, metode), ny ‘neu’ (+ undersøgelse, metode teori) und såkaldt ‘sogenannt’ (+analyse, metode, teori), sind es auf Deutsch nur zwei, nämlich empirisch und quantitativ (+ Analyse, Untersuchung, Methode). In dieser Kategorie haben 21 der Kollokationen die Sprachen gemeinsam und unter diesen lassen sich vier Adjektive identifizieren, die mit mehr als einem der Substantive in beiden Sprachen kollokieren, und zwar empirisch, qualitativ, quantitativ und neu.

Adjektive, die in beiden Sprachen mit mehr als einem der Substantive kollokieren.

kvalitativ+analyse, undersøgelse, metode

qualitativ+Analyse, Methode

empirisk+analyse, undersøgelse)

empirisch+Analyse, Untersuchung, Methode

ny+undersøgelse, metode, teori

neu+Methode, Theorie

Adjektive, die im Dänischen mit mehr als einem der Substantive kollokieren.

anden+analyse, metode

ander+Methode

efterfølgende+analyse, undersøgelse

erfolgend+Analyse

forskellig+metode, teori

unterschidlich+Methode

verschieden+Theorie

nær+analyse, undersøgelse

nah+Untersuchung

nærværende+analyse, undersøgelse

vorliegend+Untersuchung

Adjektive, die im Deutschen mit mehr als einem der Substantive kollokieren.

aktuel+undersøgelse

aktuell+Untersuchung, Theorie

eksisterende+teori

existierend+Methode, Theorie

hidtidig+undersøgelse

bisherig+Analyse, Untersuchung

Adjektive, die in beiden Sprachen mit einem der Substantive kollokieren.

tematisk+analyse omfattende+analyse

traditionel+metode

valgt+metode

thematisch+Analyse umfassend+Analyse

traditionell+Methode

gewählt+Methode

Tabelle 6. Gemeinsame attributive Kollokationen mit den Substantiven der fünf Lexemverbände

4.2.3 Attributive Kollokationen mit analytisk/analytisch, undersøgt/untersucht, metodisk/methodisch, teoretisk/theoretisch und empirisk/empirisch

In dieser Gruppe scheint es ebenfalls als Standard zu gelten, dass es mehr dänische Belege, dafür hingegen eine größere Variation auf Deutsch gibt. Das Partizip undersøgt/untersucht nimmt in mehrfacher Hinsicht in dieser Kategorie einen Sonderstatus ein. Es wird in beiden Sprachen in der attributiven Funktion besonders selten verwendet und entspricht außerdem nicht dem Muster, indem es in den deutschen Abstracts doppelt so häufig verwendet wird wie die entsprechende Form in den dänischen Texten, wobei die Variation in diesen jedoch größer ist.17

Die homogenere Verwendung der dänischen Adjektive zeigt sich darin, dass 26 der Substantive mit mehr als einem der Adjektive kollokieren, wobei auf Deutsch dies nur für sieben der Substantive gilt. Auf Dänisch werden außerdem vier dieser Substantive mit jeweils drei der Adjektive kombiniert, nämlich fundament, tilgang ‘Ansatz’ (analy­tisk/metodisk/teoretisk), arbejde (analytisk, teoretisk, empirisk) und grundlag (metodisk, teoretisk, empirisk). Zu den erwähnten dänischen kollokativen Teddy Bears mit empirisk, empirisk + analyse, empirisk + undersøgelse lassen sich empirisk + materiale (11) und empirisk + studie (10) ergänzen. Die äußerst normierte Verwendung des Adjektivs empirisk auf Dänisch kommt in der niedrigen TTR (32) zum Ausdruck. Auch auf Deutsch ist die häufigste Kollokation empirisch + Studie, die jedoch nur mit sechs Belegen repräsentiert ist. Die zweithäufigsten deutschen Kollokationen sind theoretisch + Grundlage (5x) und theoretisch + Teil (5x), die auch im Dänischen zu finden sind. Zu den häufigsten dänischen Kollokationen gehören ansonsten teoretisk + referenceramme (7x), metodisk + tilgang (6x), analytisk + perspektiv (5x), teoretisk + perspektiv (5x), die alle auf Deutsch entweder nicht oder nur vereinzelt belegt sind. Insbesondere was die Kollokationen mit metodisk/methodisch betrifft, lässt sich jedoch feststellen, dass der häufigeren Verwendung einer bestimmten Kollokation auf Dänisch eine variierte Verwendung auf Deutsch gegenübersteht. Zwar sind auf Dänisch neben der Kollokation metodisk + tilgang (6x) synonyme Formulierungen wie metodisk + indfaldsvinkel, metodisk + indgangsvinkel zu vermerken, aber die größere Variation auf Deutsch zeigt sich in Kollokationen wie methodisch + Ansatz, methodisch + Herangehensweise, methodisch + Verfahren, methodisch + Vorgehen und methodisch + Zugang.

Gemeinsam haben die Sprachen in dieser Kategorie 20 volläquivalente Kollokationen, von deren Substantiven in beiden Sprachen drei mit mehr als einem der Adjektive kollokieren, nämlich del/Teil (theoretisch, empirisch), studie/Studie (theoretisch + empirisch) und tilgang/Zugang (Ansatz) (analytisch, methodisch).

Substantive, die in beiden Sprachen mit mehr als einem der Adjektive kollokieren.

teoretisk, empirisk+afsæt

analytisk, metodisk, teoretisk+tilgang

analytisch, methodisch+Ansatz

methodisch+Zugang

teoretisk, empirisk+del

theoretisch, empirisch+Teil

teoretisk, empirisk+studie

theoretisch, empirisch+Studie

Substantive, die im Dänischen mit mehr als einem der Adjektive kollokieren.

analytisk, metodisk teoretisk+fundament

teoretisk+fundering

theoretisch+Fundierung

analytisk, teoretisk+perspektiv

analytisch+Perspektive

analytisk, empirisk+resultat

empirisch+Ergebnis

analytisk, empirisk+undersøgelse

empirisch+Untersuchung

metodisk, teoretisk+diskussion

theoretisch+Diskussion

theoretisch+Erörterung

metodisk, teoretisk+baggrund

theoretisch+Hintergrund

methodisch+Grund

metodisk, teoretisk, empirisk+grundlag

theoretisch+Grundlage

metodisk, teoretisk+indfaldsvinkel

(metodisk+indgangsvinkel)

analytisch, empirisch+Methode

anlytisch+Vorgehensweise

methodisch+Herangehensweise

methodisch+Verfahren

methodisch+Vorgehen

teoretisk, empirisk+analyse

empirisch+Analyse

Substantive, die im Deutschen mit mehr als einem der Adjektive kollokieren.

empirisk+forskning

theoretisch, empirisch+Forschung

empirisk+materiale

theoretisch, empirisch+Material

Substantive, die in beiden Sprachen mit einem der Adjektive kollokieren.

teoretisk+koncept

theoretisch+Konzept

empirisk+data

empirisch+Daten

Tabelle 7. Gemeinsame attributive Kollokationen mit den Adjektiven der fünf Lexemverbände

Die Ergebnisse in diesem Teil der Analyse könnten dadurch relativiert werden, dass auch Komposita und Nominalphrasen mit Genitiv- oder Präpositionalattribut miteinbezogen werden, da Belege solcher Formen auf Deutsch eventuell die höhere Zahl dänischer Kollokationen ausgleichen könnten. In beiden Sprachen treten neben Kollokationen synonyme Komposita auf, wie dän. teoretisk + grundlag, teorigrundlag und dt. theoretisch + Teil, Theorieteil. Eine Suche nach deutschen Komposita und Nominalphrasen, die bei fehlender deutscher Kollokation einer dänischen Kollokation entsprechen, ist jedoch eher erfolglos. Den dänischen Kollokationen analytisk + resultat, analytisk + værktøj stehen z. B. die deutschen Nominalphrasen Analyseergebnis (1), Ergebnis der Analyse (1) bzw. Analysetool (1) und die nur teiläquivalente Phrase Werkzeug zur systematischen Texterschließung gegenüber. Die dänischen Kollokationen teoretisk + afsæt, teoretisk + skelet und teoretisk + rammeværk haben ebenfalls deutsche Pendants in Theorieansatz und Theoriegebäude. Andererseits finden sich auch auf Dänisch vereinzelte Beispiele mit Genitiv- und Präpositionalattribut wie analysens resultater und værktøjer til at analysere.

5 Zusammenfassung und Implikationen für den L2 (Dänisch)-Unterricht

Die Gesamtzählung der Wortformen der fünf Lexemverbände ergibt, dass diese alle im Dänischen häufiger verwendet werden und in mehr Texten mit einer höheren Anzahl an Belegen im einzelnen Text repräsentiert sind. Die Distribution der Wortformen der fünf Lexemverbände ähnelt sich in den beiden Sprachen in dem Sinne, dass Wortformen mit *analy* und *untersuch* in beiden Sprachen am häufigsten sind, am dritthäufigsten ist *t(h)eor*, an vierter Stelle folgt *met(h)od* und am seltensten ist *empiri*. Durch die Gesamtzählung wird außerdem aufgezeigt, dass die Variation dieser Wortformen in den dänischen Texten kleiner ist als in den deutschen. Ausgeprägt ist dieser Unterschied bei *analy* und *t(h)eor*, während er sich bei *untersuch*/*undersøg* und *met(h)od* nahezu ausgleicht. Bei *empiri* verschiebt er sich, da dieser Stamm mit mehr unterschiedlichen Formen auf Dänisch belegt ist. In der Kollokationsanalyse lassen sich diese Feststellungen als ein Grundmuster bestätigen: Insgesamt sind mehr dänische Kollokationen als deutsche zu vermerken; die TTR-Zahlen ergeben jedoch, dass relativ gesehen mehr unterschiedliche deutsche Kombinationen verwendet werden. So kann festgestellt werden, dass in den dänischen Texten Kollokationen auf eine Weise verwendet werden, die an die Überrepräsentation bestimmter Formen erinnern, die in L2-Intersprachen beobachtet werden können (vgl. Henriksen 2013, 36), d. h. eine Art kollokativer Teddy Bears. In der ersten Gruppe mit den Verben analysere/analysieren und undersøge/untersuchen (4.2.1) ist dieses Muster besonders deutlich in Kollokationen mit Subjekt + undersøge zu erkennen, wozu dänische Teddy Bears wie artikel + undersøge, afhandling + undersøge zählen. In der zweiten Gruppe mit den substantivischen Formen der Lexemverbände (4.2.2) kommt der Unterschied in den häufig in Kombination mit mehreren der Substantive präferierten Verben auf Dänisch zum Ausdruck, z. B. (analyse/undersøgelse/empiri) + vise ‘zeigen’; basere på + (analyse/undersøgelse/teori) und anvende + (analyse/undersøgelse/metode/teori). Schließlich sind von der dritten Gruppe der attributiven Kollokationen (4.2.3) vor allem die Kombinationen mit empirisk + (analyse/undersøgelse/materiale/studie) und zudem Kombinationen mit bestimmten Substantiven wie u. a. (analytisk/metodisk/teoretisk) + tilgang ‘Ansatz’ und fundament als dänische Teddy Bears hervorzuheben. Die bedeutendsten Ausnahmen zu diesem Muster stellt in der zweiten Gruppe der attibutiven Kollokationen eine sehr ähnliche Verwendung der Substantive metode/Methode und teori/Theorie dar, in der dritten Gruppe insbesondere die häufigere Verwendung des deutschen Partizips untersucht. Am meisten gemeinsame Kollokationen sind darüber hinaus in den beiden Gruppen mit attributiven Kollokationen zu verzeichnen.

Die Ergebnisse müssen mit den Einschränkungen erfasst werden, die sich erstens aus der relativ kleinen Datenmenge, zweitens aus dem Auswahlverfahren und drittens aus der Tatsache ergeben, dass nur die ausgewählten kollokativen Verwendungen der Wortformen der fünf Lexemverbände untersucht worden sind. Aufgrund der begrenzten Daten gibt es in der ersten und zweiten Gruppe so wenig Belege einiger der Kombinationen, dass eine Berechnung der Type-Token-Relation nicht gewinnbringend ist.

Trotz dieser Vorbehalte scheint das in den Ergebnissen präsentierte allgemeine Muster ausreichend gültig zu sein, dass einige Implikationen für den Dänisch-Unterricht hervorgehoben werden können. Die generell häufigere Verwendung von Wortformen der fünf Lexemverbände in der Textsorte auf Dänisch lässt vermuten, dass die diskursorientierte Metasprache auf Dänisch relevanter ist als auf Deutsch. Dies ist eine Annahme, die im Einklang mit den Beschreibungen der dänischen Wissenschaftssprache als eher angloamerikanisch als kontinental getroffen wird. Als deutsche/r Muttersprachler/-in sollte man sich daher auf einen eher „writer-responsible“-Stil einstellen (vgl. Noor 2001, 262; vgl. Hinds 1987), durch den genauere Beschreibungen der Handlungen erfordert werden, die die/der Schreibende in ihrem/seinem Forschungsvorgang unternommen hat. Dass die deutsche Wissenschaftssprache, die aus der größeren Sprachgemeinschaft stammt, vielfältiger ist, stimmt mit Kjöllers (1984/2001) und Fonnes (2006) These überein. In der Praxis könnte es für Deutsche, die dänisch schreiben, erforderlich sein, sich einer stärkeren sprachlichen Reduktion und eines (noch) restringierteren wissenschaftlichen Schreibstils bewusst zu werden. Weitere allgemeine Unterschiede mit Implikationen für die Unterrichtspraxis, auf die in der Studie hingewiesen wird, die jedoch durch weitere Studien belegt werden müssten, sind die syntaktischen Unterschiede, die bei Verwendung der Verben analysere/analysieren und undersøge/untersuchen beobachtet werden können. Das Passiv wird ebenfalls im nominaleren Deutsch stärker bevorzugt als im verbaleren Dänisch.

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1 Den anonymen Reviewern danke ich für wertvolle Hinweise und Textkommentare.

2 Asterisks refer to all word forms with the root in question.

3 Mit den Formen *analy* und *empiri* wird einfachhalber auf sowohl die dänischen als auch die deutschen Wortformen dieser Wurzeln verwiesen; ähnlich werden die Formen *t(h)eor* (dän. *teor*; dt. *theor*) und *met(h)od* (dän. *metod*; dt. *method*) verwendet.

4 Vgl. z. B. „Verwenden Sie im gesamten Text dasselbe Wort für dasselbe Konzept/Phänomen.“ (Rienecker, Jørgensen 2011, 2019; meine Übersetzung).

5 Vgl. Übersicht der Texte in Google Drive: https://kurzelinks.de/7hgu.

6 DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/.

7 Es wird auf dem dänischen Portal die Bezeichnung naboord ‘Nachbarwort’ verwendet (https://ordnet.dk/korpusdk/naboord/).

9 Vgl. Übersicht über die Wortformen im Appendix, https://kurzelinks.de/7hgu.

10 Es werden nur die dänischen Beispiele übersetzt, deren Bedeutung nicht unmittelbar transparent ist, d. h. ein Wort wie analyse wird z. B. nicht mit einer Bedeutungsangabe versehen.

11 Von den substantivischen Subjekten mit untersuchen wird in DWDS nur Studie (LogDice 6,4) als Kollokation angeführt. In Sketch Engine haben die hier erwähnten Subjekte einen LogDice-Wert über 10.

12 Die erste Zahl gibt die gesamten Belege dieser Kombinationsart an; die Zahl in den eckigen Klammern die unterschiedlichen Kombinationen.

13 Dorgeloh und Wanner (2009, 541) verbinden diese ‚paper-construction‘, die das geschriebene Produkt als Subjekt hat, mit einer Auffassung der Wissenschaft als eine Konstruktion von Hypothesen, die mit dem Bedarf einhergeht, „the facethreatening force of the claims“ herunterzuspielen, wofür sich die metonymische Konstruktion anbietet.

14 Diese Verteilung zeigt sich in den Zahlen der gesamten Belege der Pronomina in den Texten noch deutlicher: dän. jeg ‚ich‘: 308 (4132/Mio.), vi ‚wir‘: 67 (899/Mio.). Dt. ich 48 (678/Mio.), wir 141 (1993/Mio.).

15 Aus Platzgründen ist hier nur eine Auswahl der Kollokationen enthalten, vgl. Appendix 3, https://kurzelinks.de/7hgu

16 Vgl. Tabelle 6.1 im Appendix 3, https://kurzelinks.de/7hgu.

17 Vgl. die Tabelle 7.1 im Appendix, https://kurzelinks.de/7hgu