Slavistica Vilnensis
Slavistica Vilnensis
Download

Slavistica Vilnensis ISSN 2351-6895 eISSN 2424-6115
2019, vol. 64(2), pp. 114–127 DOI:
https://doi.org/10.15388/SlavViln.2019.64(2).25

Phonetische Konvergenz in einem Teil Südostlitauens

Nijolė Tuomienė
Institut für die litauische Sprache (Litauen)
E-mail n.tuomiene@gmail.com

Abstract. Der vorliegende Beitrag widmet sich einer Analyse vom dialektologischen und soziolinguistischen Material, das im Zeitraum von der 2. Hälfte des 20. und bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts in Grenzgebieten Litauens, nämlich in drei Punkten vom Bezirk Šalčininkai gesammelt und ausgewertet wurde. Das Ziel der unternommenen Analyse liegt darin, die Regelmäßigkeiten der phonetischen Interferenz lokaler Sprachvarianten des Polnischen, Weißrussischen und zum Teil auch des Litauischen zu erforschen. Der Vergleich von phonetischen Erscheinungen soll uns verdeutlichen, auf welcher Weise und aus welchem Grund die Sprecher von einer Sprache auf die andere wechseln. Die vorliegende Untersuchung basiert sich auf die von Valerijus Čekmonas entwickelte Theorie mit der Annahme, dass der Wechsel von einer Sprache auf die andere nach den bestimmten Regeln erfolgt, die sich mit den Algorithmen beschreiben lassen. Mit der Anwendung der Algorithmus-Methode kann man bestimmte phonologische Regelmäßigkeiten feststellen und einen erheblichen Einfluss des Litauischen auf die Artikulation der lokalen slawischen Sprachen bestätigen.

Die Phänomene der phonologischen Interferenz der in den Untersuchungsgebieten vorhandenen Sprachvarianten sind hauptsächlich soziolinguistisch bedingt. Ein phonologischer Vergleich des lokalen Polnischen und des weißrussischen Dialekts beweist, dass es keine erheblichen Unterschiede im phonologischen System beider Sprachvarianten gibt. Die im litauischen Dialekt vorhandenen weichen Konsonanten, werden von Respondenten der lokalen slawischen Sprachen auch weich ausgesprochen. Außerdem wurden Artikulationsmerkmale dokumentiert, die für den weißrussischen oder den polnischen Dialekt untypisch sind, können aber als Substrat des Litauischen betrachtet werden.

Schlüsselwörter: litauische Grenzgebiete, Sprachinteraktion, Codeänderung, lokales Polnisch, weißrussischer Dialekt poprostu, phonetische Konvergenz

Phonetic Convergence in one Southeastern Part of Lithuania

Summary. The present article addresses the principal phonetic phenomena of the languages used in borderland areas and their interaction. It analyzes of dialectological and sociolinguistic material collected from the end of the 20th century and the beginning of the 21st century from three points in the Šalčininkai district. It analyzes the phonetic convergence of the dominating local language varieties — Belarusian, Polish and Lithuanian — and establishes the tendencies of this process. The situations of natural communication in the context of code-switching are analyzed in the study: when the speakers are fluent and use several languages at the same time by actively switching between them in conversations.

The research is, based on the theory proposed by Valerijus Čekmonas, the researcher of the interaction of languages and Slavicist: the speaker switches between languages according to certain rules, which can be described by algorithms. Based on this method of algorithms, the study reveals the phonetic tendencies and proves a very important role and influence of the now passively used Lithuanian language on the articulation of contemporary Slavic languages.

The research showed that the reasons of convergence of phonetic phenomena of the language varieties functioning in the borderland areas are mainly sociolinguistic. After comparing the phonetic peculiarities of local Polish and Belarusian dialects, it turned out that the phonetics of both dialects is essentially the same. The informants pronounce the soft consonants used in the local Lithuanian dialect in the same way as they are pronounced when speaking local Slavic dialects. The cases, which are not typical of Belarusian and Polish dialects, when consonants are intensively confused, were recorded; it is likely a feature of the Lithuanian substratum.

Keywords: Lithuanian borderland areas, languages contacts, code-switching, local variant of Polish, Belarusian dialect poprostu, phonetic convergence

Fonetinė konvergencija vienoje pietryčių Lietuvos dalyje

Santrauka. Straipsnyje analizuojama XX a. pabaigoje ir XXI a. pradžioje surinkta dialektologinė ir sociolingvistinė medžiaga iš trijų Šalčininkų rajono punktų. Nagrinėjamos natūralaus bendravimo situacijos vykstant kodų kaitai, kai kalbėtojai gerai moka ir vienu metu vartoja kelias kalbas: vietinę baltarusių tarmę, vadinamą poprostu, lenkų kalbos atmainą, rusų kalbą ir lietuvių kalbą. Pagrindinis šio darbo tikslas: atskleisti dominuojančių vietinių kalbų atmainų – baltarusių, lenkų ir rečiau (arba pasyviai) vartojamos lietuvių – aprašyti pagrindinius fonetinės konvergencijos atvejus, iškelti šių reiškinių priežastis.

Tyrimas grindžiamas kalbų sąveikos tyrėjo Valerijaus Čekmono teorija: iš vienos kalbos į kitą pereinama vadovaujantis tam tikromis taisyklėmis, kurias galima aprašyti algoritmais. Taikant šį algoritmų metodą atskleidžiami kai kurie fonetiniai dėsningumai ir parodoma lietuvių kalbos įtaka vietinių slavų kalbų artikuliacijai.

Tyrimas parodė, kad Šalčininkų apylinkėse funkcionuojančių kalbų atmainų fonetikos reiškinių supanašėjimo priežastys daugiausia yra sociolingvistinės. Vietinės lenkų kalbos ir baltarusių tarmės fonetikos ypatybės yra labai panašios arba sutampa. Lietuvių tarmėje vartojamus minkštuosius priebalsius informantai taip pat taria ir kalbėdami vietinėmis slavų kalbomis. Užfiksuota baltarusių ir lenkų šnektoms nebūdingų atvejų, kai intensyviai painiojami priebalsiai, tikėtina, kad tai – vienas iš lietuvių substrato požymių.

Reikšminiai žodžiai: lietuvių kalbos paribio arealai, kalbų sąveika, kodų kaita, vietinė lenkų kalba, baltarusių tarmė poprostu, fonetikos konvergencija

Received: 15/11/2019. Accepted: 21/12/2019
Copyright © 2019 Nijolė Tuomienė. Published by Vilnius University Press. This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution Licence, which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited.

1. Besonderheit des Forschungsobjekts

Fast bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war es in der traditionellen litauischen Dialektologie üblich, periphere litauische Dialekte als geschlossene Systeme zu untersuchen, ohne daran zu denken, dass diejenigen Dialekte von anderen Sprachen oder deren Varianten beeinflusst werden könnten. Es wurden aber keine Untersuchungen unternommen, die sich mit der Konvergenz der lokalen Sprachen und den Prozessen des jahrhundertelang andauernden Sprachwandels befassen. Aus diesem Grund wurden die sprachlichen Daten anderer ethnischer Gruppen, die in Litauen und außerhalb des litauischen Territoriums leben, lange Zeit nicht berücksichtigt, die aber bei der Erforschung der Entwicklung, Wandlungsprozesse, Ergebnisse der sprachlichen Kontakte und der weiteren Verbreitung der litauischen Dialekte von großer Bedeutung sind.

In den wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird häufig betont, dass ein rapider Wandel der litauischen peripheren Dialekte und ihrer Varianten mit den ständigen Änderungen in den Sprachgemeinschaften sehr eng verbunden ist [Čekmonas, Grumadienė 1993, 132–137; Garšva 2005, 24–38; Karaś 2007, 207–224; Konickaja 2017, 694–720; Tuomienė 2010, 223–234; 2018, 113–134]. Die Erforschungen der Sprachsituation in litauisch-weißrussischen und polnischen Grenzgebieten zeigen einige Tendenzen: die Vermischung verschiedener Sprachen einerseits und die Verschmelzung von traditionell einsprachigen und angrenzenden Übergangsgebieten andererseits. Die litauische Sprache bleibt in diesem Sprachraum mundartlich eindeutig nicht geprägt.

Die neuesten Sprachatlanten der Verbreitung von Sprachen in Litauen zeigen, dass die meisten aktiven zwischensprachlichen oder dialektalen Kontakte im östlichen und südöstlichen Teil Litauens stattfinden [Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014, 262–263 (Atlas XIV und Kommentar)]. Die aufgeführten Gebiete sind jedoch nicht als Areale der lokalen slawischen Sprachen oder Sprachkontaktzonen zu behandeln. Die Zwei- und Mehrsprachigkeit der Einheimischen wurde in der Peripherie Ost- und Südostlitauens schon in von Petras Gaučas zusammengestellten Atlanten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts fixiert [Gaučas 2004, 54]. Die südöstliche Grenze des litauischen Sprachraums erstreckte sich damals bis auf die Gebiete Geraniony, Germaniški, Radun, Asava und Pelesa im heutigen Weißrussland. Später lässt sich hingegen eine andere Situation beobachten. Wie wir den Sprachatlanten, die in der Arbeit Ostlitauen (1993) veröffentlicht wurden, entnehmen können, ist die Ausbreitung der litauischen Sprache Mitte des 20. Jahrhunderts rückläufig geworden, während lokale slawische Sprachen als Mischsprachen von Polnisch und Weißrussisch in folgenden Gebieten wie Vilnius, Šalčininkai, Eišiškės dominieren [Grumadienė, Gaučas, Čekmonas 1993, 132–136].

Wie die historischen Tatsachen hindeuten, verlief die Übernahme der polnischen Sprache bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts ganz natürlich und expansiv. Das Polnische verbreitete sich über das Hofleben, Kirchen und Schulen und wurde von den bestimmten Bevölkerungsschichten als eine angesehene „katholische“ Sprache betrachtet. Die Polonisierung wurde Anfang des 20. Jahrhundert zielgerichteter und im Zeitraum 19201939, als Vilnius mit nahe liegenden Gebieten an Polen angeschlossen wurde, schon zwangsläufig durchgeführt [Čekmonas 1995, 86]. In der Zeit wurden die litauischen Schulen geschlossen und der Gottesdienst wurde lediglich auf Polnisch gehalten. Die Einheimischen fingen an, sich als Polen anzumelden, weil sie zu Polen gehörten, des „polnischen Glaubens“ waren, polnische Schulen besuchten und anschließend einen höheren sozialen Status anstrebten. Inoffiziell sprachen die sich als Polen identifizierten Einwohner weiterhin Litauisch oder Weißrussisch, das für einen lokalen polnischen Dialekt von den meisten Einheimischen gehalten wurde, und echte Polen gab es in diesem Gebiet eher sehr wenig [Čekmonas 1995, 9193, Turska 1995 [1939], 3435]. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die polnische Sprache ihren Status als Staats- und Amtssprache und beschränkte sich ausschließlich nur auf die konfessionelle Ebene. In den meisten Kirchen der Gebiete von Vilnius und Šalčininkai wird der Gottesdienst weiterhin auf Polnisch gehalten.

In der Nachkriegszeit litt das gesamte südöstliche Territorium Litauens wirtschaftlich und kulturell unter der Repatriierung von der einheimischen Bevölkerung. Fast alle Intellektuellen, wohlhabende Menschen haben das Gebiet verlassen und sind nach Polen ausgereist. Die verlassenen Ortschaften wurden von Aussiedlern aus Weißrussland und aus den noch ferneren Osten besiedelt. Die Migration in die Bezirke von Vilnius und Šalčininkais setzte sich beinahe bis zum Jahre 1985 fort. Die litauischsprechenden Einheimischen konnten auch andere lokale Sprachen sehr gut und die Neusiedler orientierten sich hingegen nur auf Russisch.

Am Anfang des 21. Jahrhunderts sind Areale von Ost- und Südostlitauen, insbesondere die Grenzgebiete zu Weißrussland und Polen aufgrund des Sprachgebrauchs weiterhin gemischt. Heutzutage sind die Ortschaften um die Stadt Šalčininkai viersprachig. Dort spricht man eine Variante des weißrussischen Dialekts, die sogenannte poprostu Sprache, lokales Polnisch, Russisch und Litauisch. Alle Sprachen benutzt man in verschiedenen Lebenssituationen. Bei der sprachlichen Anwendung existiert trotzdem keine strenge Regelung. In Gesprächen von Respondenten lässt sich ein lockerer Übergang von einem sprachlichen System auf das andere (Codeänderung) beobachten. In den Alltagssituationen wechseln die Respondenten der älteren Generation in ländlichen Ortschaften ohne größere Schwierigkeiten von der weißrussischen Sprachvariante auf das lokale Polnisch und umgekehrt. Die Vertreter der mittleren Generation, Jugendliche und die Kinder kommunizieren viel öfter auf Russisch oder Litauisch und seltener auf Polnisch. Sie wechseln die Sprachen untereinander auch ziemlich frei. Dies ist ein echter Beweis für die Koexistenz zweier separater Sprachsysteme, die im Bewusstsein einer bilingualen Person vorhanden sind. Während eines Kommunikationsaktes hängt die Entscheidung für eine bestimmte Sprache vom Adressaten, dem Thema, von der Umgebung und dem Ort eines Gesprächs ab.

2. Ziele, Aufgaben, Material und Methoden der vorliegenden Untersuchung

Das Hauptziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Angleichungsprozesse im phonetischen System von in Grenzgebieten dominierenden lokalen Sprachvarianten des Weißrussischen, Polnischen und zum Teil des Litauischen in solcher Situation aufzuklären, wenn ein Sprecher mehrere Sprachen fließend spricht und sie in demselben Gesprächsfluss problemlos wechselt. Um das oben erwähnten Ziel zu erreichen, wurden folgende Aufgaben angewendet:

– die wichtigsten Fälle der phonetischen Konvergenz der slawischen Sprachen zu beschreiben und ihre Ursachen festzustellen;

– die bedeutsamen Ergebnisse über den Einfluss des Litauischen auf die lokalen slawischen Sprachen zu charakterisieren.

Die Untersuchung stützt sich auf das linguistische und soziolinguistische Material vom Atlas der litauischen Sprache [LKA I, 1012, 2130], das den Zeitraum Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhundert umfasst. Die analysierten Daten stammen aus drei südlichen und teilweise südöstlichen, an Weißrussland angrenzenden Gebieten der litauischen Sprache: die zum Punkt Eišiškės gehörenden Kalesninkai (681), Gudeliai (658), Butimonys (682) im Bezirk von Šalčininkai.

Bei der Untersuchung des phonetischen Wandels, der sich bei den lokalen Dialekten in Grenzgebieten zu beobachten lässt, wurden Aufnahmen unterschiedlicher Länge und beliebiger Thematik verglichen. Die meisten analysierten Aufnahmen befinden sich im Dialektarchiv des Instituts für litauische Sprache. Die ältesten Tonbandaufnahmen, die verschiedene Gespräche, Erzählungen, Erinnerungen und Lieder von älteren Menschen (im Alter von 61 bis 90 Jahre) aus der Umgebung von Šalčininkai umfassen, stammen aus folgenden Jahren: 1964, 1965 (Signatur: CD 42PA17); 1967, 1969, 1989 (Signatur: CD 27PA14); 1974, 19891991 (Signatur: CD 28PA15). Die letzteren Texte im Südhochlitauischen wurden 1991 in Siedlungen Didžiosios Sėlos (Punkt von Gudeliai 650), Daugidonys (Punkt 691), Vėžionys (Punkt von Purvėnai 681), Kalesninkai (Punkt 691), die zu den untersuchten Arealen von Šalčininkai gehören, aufgenommen. Dort kann man ganz klar die für diesen Dialekt typischen Merkmale erkennen, die in der Chrestomathie über die litauischen Dialekte [LKTCH 2004, 77–85] beschrieben sind.

Die Untersuchungsareale gelten seit langer Zeit als dreisprachig und man spricht dort meistens Polnisch, Weißrussisch, Russisch1 und Litauisch [Konickaja 2017, 713–719; Plygavka 2008, 56–60; Rutkovska 2014, 216–227; Tuomienė 2008]. Die Vertreter der jüngeren Generation, die in Städten oder größeren Siedlungen sesshaft sind, kommunizieren in der Öffentlichkeit auf Russisch. Die Entscheidung für diese Sprache und ihre langjährige Dominanz hat mehrere Gründe, die an der Stelle zu erwähnen sind. Vor allem gilt das als ein Erbe der durch die Sovietpolitik durchgeführten Zwangsassimilation [Daukšas 2014, 93–99].

Der größte Teil der einheimischen Bevölkerung, sowohl die älteren als auch die jüngeren Leute, die polnische Schulen besucht haben, beherrschen über ein mehr oder weniger gutes Polnisch. Im Alltag oder in inoffiziellen Situationen wird Polnisch jedoch nur selten gesprochen. Polnisch gilt dort eher als eine Sprache für Repräsentativität, Religion und Kultur. Selbst Einheimische, die kaum Polnisch sprechen, akzeptieren es als ihre Muttersprache. Die Kinder fangen mit der Schule an, ohne Polnisch zu können. Sie erlernen es erst später [Čekmonas 1993, 110–114].

Im untersuchten Gebiet kommuniziert man auf Litauisch nur selten. Die Vertreter der jüngeren Generation können diese Sprache sprechen und sie wird neben dem Russischen immer öfter in den öffentlichen Situationen bevorzugt. Es ist aber dort nicht gelungen, Respondenten zu finden, die einen südhochlitauischen Unterdialekt, sog. Dzukisch sprechen2.

Sprachprozesse werden in der realen Beobachtungszeit untersucht, das heißt, wird die aktuelle Sprache mehrerer Generationen der Respondenten analysiert und verglichen3. Die Analyse konzentriert sich hauptsächlich auf die authentischen Kommunikationssituationen im Zusammenhang mit Codeänderungen, indem die Sprecher über ausreichende Kenntnisse in mehreren Sprachen verfügen und fähig sind, diese Sprachen in einem Gespräch aktiv zu wechseln [Appel 2005, 116118; Grumadienė 2005, 42–48; Myers-Scotton 1997, 39; Tuomienė 2006, 161–172; Urnėžiūtė 1998, 131–140 et al.]. Man vertritt die Meinung, dass die Sprachsituation nur dann als Codeänderung von einer Person mit einem bilingualen oder dreisprachigen Hintergrund zu bezeichnen ist, wenn ein kontinuierlicher Übergang von einer Sprache zu einer anderen vorliegt und die Respondenten in der Lage sind, sprachliche Einheiten, wie Phrasen, Wortkombinationen usw. von beiden Sprachen in einem Redefluss einzufügen. Bei der gezielten Kommunikation konnte man einen Sprachwechsel beobachten, und die Codeänderungen passierten in Textabschnitten unterschiedlicher Größe von wenigen Sätzen bis zu einigen Wörtern. Die Aufnahmen basieren auf den Gesprächen, die keines Vorwissens bedurften und größtenteils in zwei Sprachen (Weißrussisch und Polnisch) eingesprochen sind, wobei litauische und russische Elemente fragmentarisch hinzugefügt wurden.

3. Fälle der phonetischen Ausgleichung

Die Untersuchung basiert sich auf die Theorie von Valerijus Čekmonas. Laut der Theorie verläuft der Übergang von einer Sprache zu einer anderen nach bestimmten Regeln, die sich mithilfe von Algorithmen beschreiben lassen [Čekman 1973, 29–43]. Nach der vom Sprachwissenschaftler entwickelten Methode, wird zunächst ein dynamisches Modell festgestellt, das aus der typologischer Sicht aus den möglichen Veränderungen in Grundlauten, den sogenannten typologischen Feldern besteht. Bei der Untersuchung sind auch Zwischenstufen der diachronen Prozesse, die sogenannten typologischen Bäume möglich. Nachdem die typologischen Felder und Bäume festgestellt sind, vergleicht man unterschiedliche phonetische Situationen, die sich transformieren, und die synchronen Daten werden mit den bewussten diachronen Interpretationen verglichen.

Als einer der ersten Linguisten hat Čekmonas in der Geschichte der Sprachwissenschaft angefangen, die Interpretation der bestimmten Phänomene einer Sprache systematisch nicht nur mit diachronen, sondern auch mit den synchronen Daten zu begründen, indem der Sprachforscher das von ihm entwickelte Programm der diachronen Untersuchungen anwendet [Čekman 1980, 206–226]. In Bezug auf Verhältnis zwischen baltischen und slawischen Sprachen und anhand von zielgerichteten und jahrelang gesammelten Daten formulierte und erarbeitete Valerijus Čekmonas als erster Wissenschaftler den Mechanismus des sprachlichen Wandels. Er erläuterte gründlich, nach welchen Regeln ein Übergang von einer Sprache zu einer anderen passiert. Čekmonas hat sogar Grundsätze verfasst und sie mehrmals überprüft, wie man den Prozess der Zwei- oder Dreisprachigkeit von einheimischen Gesellschaften nach Transformationsregeln erklärt.

Bei der Anwendung der Methode von Algorithmen kann man phonetische Regelmäßigkeiten und eine sehr wichtige Rolle der passiv verwendeten litauischen Sprache in einigen Spracharealen und ihr Einfluss auf die Artikulation der einheimischen slawischen Sprachen nachweisen. An der Stelle ist es wichtig zu klären, nach welchen Regeln (bestimmten Algorithmen) ein Übergang von einer Sprache zu einer anderen passiert. In dem Fall ist es wichtig herauszufinden, wie die bestimmten Laute vom Weißrussischen in das Polnische und umgekehrt übertragen werden.

Die letzteren Aufnahmen, Daten der soziolinguistischen Umfragen und eine vorläufige Analyse des gesammelten Materials haben gezeigt, dass nur zwei slawischen Sprachen (Polnisch und Weißrussisch) in den untersuchten Sprachgebieten dominieren und untereinander konkurrieren, obwohl man dort bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Litauisch, Polnisch und Weißrussisch gesprochen hat. Insbesondere sind diese dreisprachigen Kontakte auf der phonetischen Ebene zu spüren. Die Einheimischen, die größtenteils in einer mehrsprachigen Umgebung aufgewachsen sind, lernen mindestens zwei Sprachen. Die erlernten Sprachen werden auf keinen Fall als Fremdsprachen betrachtet, sondern als eine Notwendigkeit und ein Instrument für die alltägliche Kommunikation verstanden.

Anhand von phonetischen Daten der vorliegenden Untersuchung versucht man die Regeln (einen Algorithmus) eines kontinuierlichen Übergangs von einer Sprache zu einer anderen zu formulieren und eine Rekonstruktion von einer Abfolge der bestimmten ursprünglichen Lautänderungen vorzunehmen.

3.1. Beim Wechsel vom Weißrussischen zu Polnisch versuchen die Respondenten, die festen Regeln der Akzentuierung zu folgen. Sie legen die Betonung normalerweise auf die letzte Silbe eines Wortes. In vielen Fällen bleibt die Betonung im lokalen Polnisch jedoch weißrussisch. Dennoch bewahren die einheimischen Sprecher in mehrsilbigen Wörtern eine bewegliche Akzentuierung, was dem lokalen Weißrussisch typisch ist, zum Beispiel: postávili piec ‘wir haben einen Ofen eingerichtet’; роložýl na z’’emie4 ‘er hat (etwas) auf den Boden gelegt’; raztlumáčyla jemú ‘ich habe es ihm erklärt’; z’’biramy jágody ‘wir sammeln Beere’; naučýl sыna čytác’’ ‘ich habe dem Sohn das Lesen beigebracht’; ob’át pšygotóvila ‘ich habe das Mittagessen zubereitet’.

Die festgestellten Besonderheiten bei der Betonung können darauf hinweisen, dass die erste Sprache (Muttersprache?) der älteren Respondenten Weißrussisch ist, während sie das lokale Polnisch später erworben haben. Deshalb lassen sich beim Übergang von einer beweglichen zu einer festgelegten Betonung keine Fehler meiden.

3.2. Für die weißrussische Sprachvariante sind im Gebiet von Šalčininkai die sogenannten Akanie und Jakanie charakteristisch, d. h. man unterscheidet in der Sprache zwischen den unbetonten Vokalen o und e nicht, stattdessen wird ein α-Laut ausgesprochen. Beim Sprechen auf Polnisch versucht man auf die Regel der Lautassimilation (der sogenannten Akanie) zu verzichten. In der Sprache der älteren Respondenten lässt sich feststellen, dass die Sprecher die unbetonten Laute e und o kaum unterscheiden. Anstelle dieser Vokale hört man einen Zwischenlaut ǝ (mit einer Klangfarbe von Vokalen e oder o), z. B. bendz’’əm ‘wir werden sein’, dobžə ‘gut’, s pəočontku ‘vom Anfang an’, pam‘əec’’ ‘Gedächtnis’, plačə ‘(er, sie, es) weint’, tyl’ə ‘so viel’, n’ə zrob’ə ‘ich schaffe es nicht’. In seltenen Fällen kann man einen Laut mit einer Abtönung vom Vokal a hören (das ist aber keine Akanie oder Jakanie). Und umgekehrt, wenn man zum Weißrussisch wechselt, wo die Vokalregel des vorangehenden Vokals a als Norm gilt, kann es zu Hypernormalismen führen, wie in doléko ‘weit’; pojádz’’em ‘wir werden fahren’; zaxvaróval ‘ich bin krank geworden’.

3.3. Im lokalen Polnisch wird der Vokal in Präteritalformen zum Konsonanten l, und derselbe Laut vor Konsonanten und am Wortende zu f gewechselt. Die Sprecher halten sich auf diese Regel fest und machen beinahe keine Ausnahmen. Dieser Mechanismus bereitet keine Schwierigkeiten beim Übergang zum Weißrussisch vor. Der Konsonant l wird in weißrussischen Präteritalformen durch und der Laut f vor Konsonanten und am Wortende durch problemlos ersetzt. Der Lautwechsel von zu f scheint für die ältere Generation kompliziert zu sein, deswegen passiert dies in zwei Stufen: von über φ zu f. Das ist vermutlich damit verbunden, dass die einheimischen Muttersprachler über keinen Konsonanten f in ihrer lokalen Sprache verfügten.

3.4. In manchen Wörtern aus dem lokalen Polnisch wird der Vokal o durch u und im Weißrussischen der Vokal u durch o ersetzt, zum Beispiel Weißrussisch бох Polnisch buk ‘Gott; Weißrussisch dvor Polnisch dvur (podvúrek) ‘Hof’ usw. Dieser Lautwechsel ist kein kontinuierlicher Prozess und man kann bestimmte Schwankungen insbesondere beim Übergang vom Weißrussischen zu Polnisch beobachten. In einigen Wörtern passiert die sogenannte phonologische Ausgleichung nach dem Analogieprinzip, zum Beispiel glúfka>glófka, weil es eine Form glóva ‘Kopf’ gibt. Andererseits bleibt der Vokal u in morphologisch bedingten Positionen erhalten, zum Beispiel in den Genitivformen des Plurals bаránиf ‘der Schafböcke’. Dieses Beispiel veranschaulicht uns deutlich, dass das besprochene Aussprachemuster für die lokale polnische Sprache untypisch ist.

3.5. Beim Übergang vom Weißrussischen zu Polnisch wird die Lautverbindung ch’i zu chy gewechselt. Und im Gegenteil wird die Verbindung chy zu ch’i, wenn man anfängt, das lokale Weißrussisch zu sprechen. Einige Nichtübereinstimmungen lassen sich auch beim Übergang vom Weißrussischen zu Polnisch registrieren. Man kann die polnische Aussprache von älterer Generation in folgenden Wörtern, wie ch’íba ‘vielleicht’; ch’ítry ‘klug, schlau’; тúch’i ‘Fliege sg., Fliegen pl.’ vergleichen, wo die älteren Sprecher mit den neuen, für ihre Sprache nicht üblichen Lauten konfrontiert werden. Da es in der lokalen polnischen Sprache keine strenge Opposition zwischen х und x’ vorliegt, hat das Aussprechen ch’i anstatt chy keine bedeutungsunterscheidende Funktion.

4. Der Einfluss des Litauischen auf die lokalen slawischen Sprachen

In den Untersuchungsgebieten der litauischen Peripherie ist die Gruppe der Sprecher von einem litauischen Unterdialekt am kleinsten. Es wurden nur einige Personen der älteren Generation aufgenommen, die einen zum Südhochlitauischen gehörenden Unterdialekt beherrschen. Die vorliegende Untersuchung soll einen deutlichen Einfluss des Litauischen auf den lokalen weißrussischen Dialekt und auf die polnische Sprache, die im Gebiet gesprochen werden, zeigen (vgl. Chekman 1973, 3841).

Das charakteristische Merkmal im litauischen Konsonantismus des im Untersuchungsgebiet gesprochenen Unterdialekts, was auch für das gesamte Südhochlitauisch charakteristisch ist, sind dzukische Laute (oder Dzukierung) (LKTCH 2004, 7881).

Die einheimischen Litauer konnten in den untersuchten Gebieten ohne Zweifel eine sogenannte lokale poprostu Sprache und das lokale Polnisch gut sprechen oder sehr gut verstehen. Man kann weiche Konsonanten s’, z’, c’, dz’ in der Sprache von litauischen Respondenten hören. Diese Konsonanten sind beinahe in fast allen Fällen erhalten. Dies passiert unabhängig davon, ob die Respondenten Polnisch, Weißrussisch oder Litauisch sprechen, zum Beispiel: Polnisch pén’c’, Weißrussisch p’ác’, Litauisch penkcì ‘fünf’; šés’c’ šέs’c’ šašcì ‘sechs’; dz’éven’c’dz’év’ac’ dz’evíni ‘neun’; dvudz’és’ce dváccac’ dz’vìdz’ešimc’ ‘zwanzig’.

An der Stelle ist es anzumerken, dass die Aussprache von Konsonanten s’’, z’’, с’’, dz’’ und s’, z’, c’, dz’ von der lokalen weißrussischen und polnischen Sprache stark abweicht. Diese Eigenschaft ist im Konsonantismus stabil geworden. Da die polnische Sprache in Bezug auf das Litauische als adstratisch gilt, sollte man bei der Untersuchung des lokalen Polnisch im Bezirk von Vilnius auf die weichen Konsonanten s, z und c, dz achten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir im lokalen Polnisch, das sich auf der Grundlage des Substrats vom Litauischen entwickelt hat, weiche Konsonanten s’, z’, c’, dz’ finden. Die lokale polnische Sprache, die auf der Grundlage des weißrussischen Substrats basiert ist, enthält hingegen die stark palatalisierten Laute s’’, z’’, с’’, dz’’.

Des Weiteren fällt eine andere Besonderheit des litauischen Dialekts auf, das ist das Fehlen des Phonems [ch]. Es wurden in der weißrussischen Sprache einige Fälle registriert, wo ein Phonem ch mit dem Laut k gewechselt wurde, z. B.: тáčaka (sollte máčacha sein) ‘Stiefmutter’; kaléra (chaléra) ‘Cholera (eine Krankheit)’; kíba (chíba) ‘vielleicht’; kvója (chvója) ‘Kiefer’; žan’ík (žaních) ‘Schwiegersohn’. Es ist anzunehmen, dass eine intensive Verwechslung zwischen Lauten ch und k im lokalen Polnisch als ein Merkmal vom Substrat der litauischen Sprache gilt.

5. Zusammenfassung

5.1. In den Grenzgebieten von Südostlitauen dominieren und konkurrieren zwei slawische Sprachen — Weißrussisch und Polnisch. Der Einfluss von der selten oder passiv verwendeten litauischen Sprache lässt sich in der Artikulationsbasis der lokalen slawischen Sprachen leicht erkennen. Bei Anwendung der Methodik von Valerijus Čekmonas wurde festgestellt, dass die eigentlichen Ursachen der phonetischen Angleichung in den Sprachvarianten, die in den untersuchten Gebieten analysiert wurden, größtenteils soziolinguistisch bedingt sind.

5.2. Die Rekonstruktion des Übergangs von einer Sprache zu einer anderen hat Folgendes gezeigt:

1) Beim Wechsel von Weißrussischem zu Polnisch halten sich die Respondenten nicht immer auf die Regel der festen Betonung. In ihrem lokalen Polnisch bleibt der Akzent in vielen Fällen beweglich, das heißt, er ist „Weißrussisch“. Dies beweist, dass die einheimische weißrussischsprechende Gemeinde die polnische Sprache als eine fremde und nicht als eine Muttersprache beherrscht hat;

2) Da die Respondenten über geringere Kenntnisse der polnischen Aussprache verfügen, verzichten sie auf die Vokalregel des vorangehenden Lautes a. Man unterscheidet aber zwischen den Lauten e und o nicht, und sie werden dann oft als ein Zwischenlaut ǝ ausgesprochen;

3) Im lokalen Polnisch wird der Vokal in Präteritalformen durch den Konsonanten l und vor Konsonanten und am Wortende durch f von Respondenten ersetzt. Dies bereitet den Sprechern wiederum keine Schwierigkeiten beim Übergang zum Weißrussisch vor. Der Konsonant l wird in weißrussischen Präteritalformen durch und der Laut f vor Konsonanten und am Wortende auch durch problemlos ersetzt. Der Lautwechsel von zu f scheint für die ältere Generation kompliziert zu sein, deswegen verläuft der phonologische Prozess zweistufig: von über φ zu f. Vermutlich existierte in der Muttersprache der Respondenten kein Laut f;

4) Beim Übergang vom Weißrussischen zu Polnisch wird die Lautverbindung ch’i zu chы und vom Polnischen zu Weißrussisch Lautverbindung chы zu ch’i gewechselt. Bestimmte Abweichungen und „Fehler“ wurden auch beim Übergang vom Weißrussischen zu Polnisch registriert. Dies weist darauf hin, dass die Sprecher der älteren Generation mit der Aussprache von neuen, für sie untypischen Lauten konfrontiert sind.

5.3. Die einheimischen Litauer konnten in den untersuchten Gebieten eine sogenannte lokale poprostu Sprache und das lokale Polnisch gut sprechen. Wenn die litauischen Respondenten lokale slawische Sprachen benutzen, kann man in ihrer Aussprache weiche Konsonanten s’, z’, c’, dz’ hören. Unabhängig davon, ob die Respondenten Polnisch, Weißrussisch oder Litauisch sprechen, sind diese Konsonanten beinahe in fast allen Fällen erhalten.

Abkürzungen

LKA I – Lietuvių kalbos atlasas 1. Leksika. Red. Kazys Morkūnas. Vilnius: Mokslas, 1977.

LKTCH – Lietuvių kalbos tarmių chrestomatija. Red. Laima Grumadienė. Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla, 2004.

Literaturverzeichnis

ALIŪKAITĖ, D., MIKULĖNIENĖ, D., 2014. Geolektų ir regioninių dialektų formavimosi ypatumai Lietuvoje (XIV žemėlapis ir komentarai). In: D. Mikulėnienė, V. Meiliūnaitė (red.), XXI a. pradžios lietuvių tarmės: geolingvistinis ir sociolingvistinis tyrimas. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 257–262. https://doi.org/10.11649/abs.2015.007

APPEL, R., 2005. Language Contact and Bilingualism / R. Appel, P. Muysken. Amsterdam: University Press.

ČEKMONAS, V., 1995. (Vorword) In: H. TURSKA. O powstaniu polskich obszarów językowych na Wileńszczyźnie. Vilnius: Mintis, 61–93.

ČEKMONAS, V., GRUMADIENĖ, L., 1993. Kalbų paplitimas Rytų Lietuvoje. In: Lietuvos rytai. Vilnius: Valstybinis leidybos centras, 132–137.

ČEKMONAS, V., 1993. Lietuvos lenkų tautinės sąmonės raida. In: K. Garšva, L. Grumadienė (red.), Lietuvos rytai. Vilnius: Valstybinis leidybos centras, 110–114.

DAUKŠAS, D., 2014. Paribio identitetai: Punsko ir Šalčininkų atvejai. Etniškumo studijos, 2014/2, 89–106.

GARŠVA, K., 2005. Lietuvių kalbos paribio šnektos (fonologija). Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla. https://doi.org/10.11649/abs.2015.007

GAUČAS, P., 2004. Etnolingvistinė Rytų Lietuvos gyventojų raida XVII a. antroji pusė – 1939 m. Vilnius: UAB „Inforastras“.

GRUMADIENĖ, L., 2005. Kodų kaita lietuvių tarmėse. Valoda–2006: Valoda dażadu kultūru kontekstā. Zinātnisko rakstu krājums XVI. Daugavpils: Saule, 42–48.

KARAŚ, H., 2007. Sytuacja języka polskiego na Litwe dziś. In: J. Mazur, M. Rzeszutko-Iwan (red.), Język polski jako narzędzie komunikacji we współszesnym świecie. Lublin: Wydawn. Universitetu Marii Curie-Skłodowskiej, 207–224.

MYERS-SCOTTON, C., 1997. Duelling Languages. Grammatical Structures in Codeswitching. Oxford: Clarendon Press.

RUTKOVSKA, K., 2014. Lenkų kalbos paplitimas ir vartojimo ypatumai. In: D. Mikulėnienė, V. Meiliūnaitė (red.), XXI a. pradžios lietuvių tarmės: geolingvistinis ir sociolingvistinis tyrimas. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 216–227.

TURSKA, H., 1939 [1995]. O powstaniu polskich obszarów językowych na Wileńszczyźnie. Vilnius: Mintis.

TUOMIENĖ, N., 2006. Ramaškoniškių šnekos kodų kaita. Kalbos kultūra, 79, 161–172.

TUOMIENĖ, N., 2008. Ramaškonių šnektos tekstai. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

TUOMIENĖ, N., 2010. Ramaškonių šnektos daiktavardis: sociolingvistinis tyrimas. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

TUOMIENĖ, N., 2018. Nevaldomas skolinimasis kaip kalbos nykimo požymis. Acta Linguistica Lithuanica, 78, 113–134.

URNĖŽIŪTĖ, R., 1998. Kodų kaita joniškiečių šnekamojoje kalboje. Kalbotyra, 47(1), 131–140.

VIDUGIRIS, A., 1983. Dėl kalbų kontaktavimo pietryčių Lietuvoje. Lietuvių kalbotyros klausimai, XXIII (= Kalbų kontaktai Lietuvos TSR), 46–61.

ZINKEVIČIUS, Z., 1993. Rytų Lietuva praeityje ir dabar. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla.

КОНИЦКАЯ, Е., 2017. От Медининкай до Вандзяголы: экспедиции в польскоязычные ареалы Литвы в 1990–1997 гг. In: L. Kalėdienė (red.), Valerijus Čekmonas: kalbų kontaktai ir sociolingvistika. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 694–720. https://doi.org/10.35321/all81-13

ЛАБОВ, У., 1975. О механизме языковых изменений. Новое в лингвистике, вып. 7. Социолингвистика. Москва: Прогресс, 199–228.

ПЛЫГАВКА, Л., 2008. Фонетические особенности белорусского языка в Литве и его влияние в ситуации полилингвизмa. Žmogus ir žodis, t. 10, nr. 1, 56–60.

ЧЕКМАН, В., 1973. Фонетические особенности говоров села Колесники Эйшишского района Литовской ССР. In: В. В. Мартынов (ред.), Польские говоры в СССР, ч. I: Исследования и материалы 1967–1969 гг. Минск: Наука и техника, 29–43.

ЧЕКМАН, В., 1980. К проблеме литовско-белорусской фонетической интерференции в Пелясе. In: Т. М. Судник (отв. ред.), Балто-славянские этноязыковые контакты. Москва: Наука, 206–226.

Bibliography (Transliteration)

ALIŪKAITĖ, D., MIKULĖNIENĖ, D., 2014. Geolektų ir regioninių dialektų formavimosi ypatumai Lietuvoje (XIV žemėlapis ir komentarai). In: D. Mikulėnienė, V. Meiliūnaitė (red.), XXI a. pradžios lietuvių tarmės: geolingvistinis ir sociolingvistinis tyrimas. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 257–262. https://doi.org/10.11649/abs.2015.007

APPEL, R., 2005. Language Contact and Bilingualism / R. Appel, P. Muysken. Amsterdam: University Press.

CHEKMAN, V., 1973. Foneticheskie osobennosti govorov sela Kolesniki Eishishskogo rajona Litovskoj SSR. In: V. V. Martinov (red.), Polskie govory v SSR, ch. I: Issledovanija i materialy 1967–1969 gg. Minsk: Nauka i technika, 29–43.

CHEKMAN, V., 1980: K probleme litovsko-belorusskoj foneticheskoj interferencii v Peljase. In: T. M. Sudnik (red.), Balto-slavjanskie jetnojazykovyje kontakty. Moskva: Nauka, 206–226.

ČEKMONAS, V., 1995. (Vorword) In: H. TURSKA. O powstaniu polskich obszarów językowych na Wileńszczyźnie. Vilnius: Mintis, 61–93.

ČEKMONAS, V., GRUMADIENĖ, L., 1993. Kalbų paplitimas Rytų Lietuvoje. In: K. Garšva, L. Grumadienė (red.), Lietuvos rytai. Vilnius: Valstybinis leidybos centras, 132–137.

ČEKMONAS, V., 1993. Lietuvos lenkų tautinės sąmonės raida. In: Lietuvos rytai. Vilnius: Valstybinis leidybos centras, 110–114.

DAUKŠAS, D., 2014. Paribio identitetai: Punsko ir Šalčininkų atvejai. Etniškumo studijos, 2014/2, 89–106.

GARŠVA, K., 2005. Lietuvių kalbos paribio šnektos (fonologija). Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla. https://doi.org/10.11649/abs.2015.007

GAUČAS, P., 2004. Etnolingvistinė Rytų Lietuvos gyventojų raida XVII a. antroji pusė – 1939 m. Vilnius: UAB „Inforastras“.

GRUMADIENĖ, L., 2005. Kodų kaita lietuvių tarmėse. Valoda–2006: Valoda dażadu kultūru kontekstā. Zinātnisko rakstu krājums XVI. Daugavpils: Saule, 42–48.

KARAŚ, H., 2007. Sytuacja języka polskiego na Litwe dziś. In: J. Mazur, M. Rzeszutko-Iwan (red.), Język polski jako narzędzie komunikacji we współszesnym świecie. Lublin: Wydawn. Universitetu Marii Curie-Skłodowskiej, 207–224.

KONICKAJA, E., 2017. Ot Medininkaj do Vandzjagoly: jekspedicii v polskojazychnyje arealy Litvy v 1990–1997 gg. In: L. Kalėdienė (red.), Valerijus Čekmonas: kalbų kontaktai ir sociolingvistika. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 694–720. https://doi.org/10.35321/all81-13

LABOV, U., 1975. O mechanizme jazykovyh izmenenij. In: Novoe v lingvistike, vyp. 7. Sociolingvistika. Moskva: Progress, 199–228.

MYERS-SCOTTON, C., 1997. Duelling Languages. Grammatical Structures in Codeswitching. Oxford: Clarendon Press.

PLYGAVKA, L., 2008. Foneticheskie osobennosti belorusskogo jazyka v Litve i ego vlijanije v situacii polilingvizma. Žmogus ir žodis, t. 10, nr. 1, 56–60.

RUTKOVSKA, K., 2014. Lenkų kalbos paplitimas ir vartojimo ypatumai. In: D. Mikulėnienė, V. Meiliūnaitė (red.), XXI a. pradžios lietuvių tarmės: geolingvistinis ir sociolingvistinis tyrimas. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 216–227.

TURSKA, H., 1939 [1995]. O powstaniu polskich obszarów językowych na Wileńszczyźnie. Vilnius: Mintis.

TUOMIENĖ, N., 2006. Ramaškoniškių šnekos kodų kaita. Kalbos kultūra, 79, 161–172.

TUOMIENĖ, N., 2008. Ramaškonių šnektos tekstai. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

TUOMIENĖ, N., 2010. Ramaškonių šnektos daiktavardis: sociolingvistinis tyrimas. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

TUOMIENĖ, N., 2018. Nevaldomas skolinimasis kaip kalbos nykimo požymis. Acta Linguistica Lithuanica, 78, 113–134.

URNĖŽIŪTĖ, R ., 1998. Kodų kaita joniškiečių šnekamojoje kalboje. Kalbotyra, 47(1), 131–140.

VIDUGIRIS, A., 1983. Dėl kalbų kontaktavimo pietryčių Lietuvoje. Lietuvių kalbotyros klausimai, XXIII (= Kalbų kontaktai Lietuvos TSR), 46–61.

ZINKEVIČIUS, Z., 1993. Rytų Lietuva praeityje ir dabar. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla.

Nijolė Tuomienė, Doktor der Geisteswissenschaften, leitender Forscher im Zentrum für Geolinguistik, Institut für litauische Sprache

Nijolė Tuomienė, Doctor of Humanities, Senior Researcher of the Geolinguistic Center at the Institute of Lithuanian Language

Nijolė Tuomienė, humanitarinių mokslų daktarė, Lietuvių kalbos instituto Geolingvistikos centro vyresnioji mokslo darbuotoja

1 Da Russisch im Alltag der untersuchten ländlichen Gebiete nicht verwendet wird, wurde es in die vorliegende Analyse als gleichwertige Sprache der alltäglichen Kommunikation nicht einbezogen.

2 Während mehrerer Aufenthalte in Umgebungen von Šalčininkai wurden Zufallsstichproben von Respondenten aller Altersgruppen aus verschiedenen authentischen Situationen der öffentlichen und alltäglichen Kommunikation im Zeitraum von 2006 bis 2014 erhoben. Die gewonnenen Daten wurden ständig aktualisiert.

3 Zum ersten Mal wurde die Scheinzeithypothese (Engl. apparent-time hypothesis) von William Labov [1975, 199–228] formuliert. Laut der Hypothese, soll die Sprache der Respondenten unterschiedlichen Alters beobachtet werden, damit der Sprachwandel in seinem Wandlungsprozess fixiert wird.

4 Im vorliegenden Beitrag wird eine vereinfachte Transkription in lateinischer Schrift verwendet. Man schreibt die Wörter auf, wie man sie eigentlich hört. Die Weichheit der Konsonanten wird auf zweifacher Weise markiert. Palatale Laute werden mit einem Apostroph-Zeichen auf der rechten Seite eines Buchstabens oben vermerkt und sehr weich ausgesprochen (V. Čekmonas bezeichnete sie als stark palatalisierte („super-palatalisierte“) Laute) c’’, dz’’ oder s’’, z’’ werden mit einem doppelten Apostroph-Zeichen auf der rechten Seite eines Buchstabens oben vermerkt.