Pirmasis lietuvių kalbos žodynas ir keletas jo retų žodžių
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Vincas Urbutis
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Publikuota 2026-01-28
https://doi.org/10.15388/baltistica.3.2.1641
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Urbutis, V. (vert.) (2026) „Pirmasis lietuvių kalbos žodynas ir keletas jo retų žodžių“, Baltistica, 3(2), p. 209–218. doi:10.15388/baltistica.3.2.1641.

Santrauka

DAS ERSTE LITAUISCHE WÖRTERBUCH UND EINIGE IN IHM BELEGTE SELTENE WÖRTER

Zusammenfassung

I. Als erstes litauisches Wörterbuch ist wohl das polnisch-lateinisch-litauische Wörterbuch anzusehen, das auf Grundlage des polnisch-lateinischen Wörterbuchs von N. Volckmar entstanden ist. Wie bekannt, ist nur ein unvollständiges Exemplar (ohne Anfang und Ende) von ihm er­halten. Das „Dictionarium trium linguarum“ von K. Sirvydas (bekannt ab 1642 von seiner 3. Aus­gabe an) ist bereits das zweite litauische Wörterbuch. Es ist von K. Sirvydas neu verfaßt; in seinem litauischen Text sind sehr selten Beziehungen zum ersten Wörterbuch (das wahrscheinlich auch von K. Sirvydas verfaßt worden ist) zu beobachten.

II. Weiterhin werden einige altlitauische Wörter aus dem ersten Wörterbuch erörtert, die in anderen Schriftdenkmälern nicht belegt sind.

1. stulgus 42 (s.v. hardy) „widerspenstig, trotzig, stolz“ gehört zur selben Familie wie lit. stul̃gas „Stengel, Krautstrunk“, stulgỹs „Stange, Pfahl (auch eine Vogelbezeichnung)“, apstul̃gti „vor Überraschung erstarren, betroffen werden, wie versteinert werden“; stalgùs „starr, widerstandskräftig; naschhaft, (be)gierig; trotzig, frech“, stal̃gti „starr, widerstandskräftig werden; nasch­haft, lüstern werden, gelüsten nach“; stel̃gtis „Worte machen, prahlen“ usw.

2. stuogas 174 (s.v. s t an) „Stand“, wie auch stógas „Wuchs, Statur“, hängt mit stóti, dial. užstúogti „verdecken“ usw. zusammen.

3. šutinis 77a (s. v. marzec) „März“ ist mit dem Suffix -inis abgeleitet von (at)šùsti „zergehen, schmelzen, tauen“ oder von dem entsprechenden Substantiv.

4. trabtas (= n. pl. traptos?) 160 (s. v. rum) „Trümmer, Ruine“ ist ein Nomen acti mit einem ein enthaltenden Suffix, abgeleitet von einem Verb mit der Wurzel trap-, das die Bedeutung „brökkeln, krümeln, auseinanderfalten, zerfallen“ gehabt haben muß; vgl. lit. trapùs „was leicht bricht oder spaltet, spröde, mürbe“, lett. trapēt „verwittern, faul werden, mürbe werden“ u. a., weiter­hin lit. trupė́ti „bröckeln, krümeln, auseinander fallen“ usw.

5. žvarksoti 204 (s. v. wytrzeszczam oczy) ,,(an)glotzen“, auch aus Gervėčiai bekannt, gehört zusammen mit dial. žvarùs „munter, lebhaft“ zur Familie von lit. žiūrė́ti „(hin)sehen, (an)schauen, blicken“.

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