Dieser Beitrag analysiert den öffentlichen Kriminalitätsdiskurs im stalinistischen, post-stalinistischen und postsowjetischen Litauen. Der Zeitraum reicht von 1940 (als die Sowjets Litauen zum ersten Mal besetzten) bis in die frühen 2000er Jahre (als Litauen ein neues Strafrecht erließ und die post-sowjetische Reform der Strafverfolgung durchführte, sowie der EU und der NATO beitrat). Ausgespart bleibt die Zeit der nationalsozialistischen Besetzung Litauens (1941–1944), weil hier vollkommen andere Bedingungen herrschten, die zusätzlicher Forschung bedürften. Die Jahrtausendwende markiert auch das Ende der massenhaften und organisierten Kriminalität sowie der Gewaltausübung von Mafiosi und Gangs. Seither sind die Fallzahlen deutlich gesunken und heute verhältnismäßig niedrig. Es zeigt sich, dass der öffentliche Diskurs nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmt. In der stalinistischen Zeit etwa wurde der politische Feind automatisch als Krimineller diskreditiert.

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