Litauen stand als einziges der EU-Beitrittsländer 2004 vor der auferlegten Notwendigkeit, auf die Weiternutzung seiner Kernkraftanlagen zu verzichten. Dieses Erfordernis stellte das Land vor eine einzigartige energiepolitische Herausforderung, deren Bewältigung andauert und deren Lösungsansätze in einer europäischen, klimagerechten und nachhaltigen Energiepolitik zu suchen sind. Der Beitrag beschreibt und analysiert den Zusammenhang zwischen der litauischen Unabhängigkeitsbewegung, der Erlangung der staatlichen Souveränität und der Aufnahme des freien Litauens in die Europäische Union einerseits und dem dadurch verursachten Umbruch in der litauischen Kernenergiepolitik aufgrund der Schließung und Abschaltung des KKW Ignalina andererseits. Die Methode besteht in quellengestützter Darstellung von Knotenpunkten politischer Entscheidungen, Dokumenten- und Statistik-basierte Darlegung und Analyse der Situation, der Bedingungen und Zwänge, unter denen die litauische Energiepolitik in der Transformationszeit ab 1991 und nach dem EU-Beitritt 2004 stand. Der Beitrag bietet eine Analyse des Zusammenhanges zwischen dem EU-Beitritt Litauens, der Schließung des KKW Ignalina und der kompletten Neuausrichtung der litauischen Energiepolitik.

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