Die Veränderungen im Vollzug der großen Umwälzung in den postsowjetischen und -sozialistischen Gesellschaften im Ostseeraum seit 1989 sind unbestreitbar beeindruckend. Im Zuge des Voranschreitens von Angleichungs- und Anpassungsprozessen scheint der ursprüngliche Wille zur Adaption des westlichen Gesellschaftsmodells mancherorts aber zu erlahmen. Im Hintergrund können einerseits bereits erreichte Erfolge, andererseits eine Erosion der Integrationskraft der Europäischen Union vermutet werden.
Die Frage nach der Abschließbarkeit der Transformation ist somit im positiven wie im negativen Sinne adressierbar: als gelungene Integration neuer Mitgliedsstaaten in die EU oder als Gefahr einer Abkehr politischer Akteure und gesellschaftlicher Gruppierungen von verbleibenden Herausforderungen und demokratisch-rechtsstaatlichen Prinzipien. Doch wie ist es um die Historizität unserer Epoche bestellt?2 Welche Rolle kann hierbei eine gemeinsame europäische Erinnerung bzw. Geschichtsschreibung spielen? Und wie könnte man ein in den 2004 hinzugekommenen EU-Staaten generiertes Transformationswissen in den gesamteuropäischen Diskurs überführen?

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